Senat will Kleingärtner verkaufen

Einen „Technologiepark Vorhornweg“ gibt es nicht – noch sind hier Kleingärten, und vor der möglichen (noch nicht entschiedenen) Umwidmung steht noch eine Bürgerbeteiligung. Dennoch wird die Fläche bereits von Finanzbehörde als Gewerbestandort in der Immobilienbranche präsentiert, ergab eine Anfrage der Abgeordneten Anne Krischok (SPD).

Seit wann werden Gewerbeflächen, die nicht existieren, ohne Hintergedanken in einer Broschüre der Hamburger Immobilienwirtschaft präsentiert?

Die SPD-Wahlkreisabgeordnete bezweifelt, dass hier keine Vorentscheidung für einen potentiellen Technologiepark am Vorhornweg getroffen wurde. Die Senatsantworten auf ihre entsprechende Anfrage besagen, dass die entsprechende Broschüre „Hamburg hat Plätze für Ihre Visionen“ in einer Auflage von 6.000 Exemplaren (im Großformat) bzw. 4.000 Exemplaren (im Taschenformat) gedruckt wurde und verteilt wird.

In dieser Broschüre wird auf der Fläche der heutigen Kleingärten sowie der benachbarten Luruper Feldmark ein planerisches Gewerbegebet „Technologiepark Vorhornweg“ bekannt gemacht, das bis zum Altonaer Friedhof reicht. Diese Broschüre wird auch bei den überregionalen Immobilienmessen RealEstate North, Exporeal und Mipi präsentiert.

Krischok weist zudem darauf hin, dass diese Unterlagen auch bei der konkreten Grundstücksberatung durch die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung sowie die zuständigen Behörden eingesetzt wird. Eine Verbreitung erfolgt außerdem über Multiplikatoren wie z.B. die Hamburgische Bürgerschaft, die Bezirksämter, Handels- und Architektenkammer, Maklerverbände, das Welcomecenter und den Flughafen Hamburg.

Die SPD-Stadtentwicklungspolitikerin ist beunruhigt: „Das noch nicht überplante Gelände wird schon jetzt potentiellen Investoren angeboten. Und wenn diese da sind, werden sich die Behörden plötzlich ganz schnell einigen: Das darf jedoch nicht zu Lasten der Kleingärtner geschehen.“

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