Ombudsmann statt Ombudsfrau

Nach zehn Jahren als Ombudsfrau für Schülervertretungen hat Barbara Beutner ihr Ehrenamt an Holger Gisch abgegeben. Das Amt der Ombudsperson wurde von der Behörde 1999 eingesetzt, um Schülervertretungen eine Ansprechstelle zu bieten, bei der sie sich in Ausübung ihrer schulgesetzlich
verankerten Mitbestimmungsrechte Rat und Hilfe holen können.

319 Mal wurde Ombudsfrau Barbara Beutner allein in den letzten fünf Jahren aktiv. Sie informierte Klassensprecher, Schulsprecher und Mitglieder im Schülerrat nicht nur über ihre Rechte, sondern half ihnen auch, diese angemessen einzufordern und war – wenn nötig – als Vermittlerin vor Ort.

Ihr Nachfolger, der 56-jährige Holger Gisch, arbeitet als IT-Spezialist in einem Medienunternehmen in Hamburg. Er ist seit 30 Jahren ehrenamtlich tätig, im schulischen Bereich seit circa 20 Jahren. Er war Vorsitzender der Elternkammer, Deputierter, Mitglied der Enquete-Kommission 2006 und ist zurzeit am Pilotprojekt „Eltern in der Schulinspektion“ beteiligt.

Aus den bisherigen Jahresberichten der Ombudsfrau geht hervor, dass es vielfältige Gründe für die Einschaltung der Ombudsperson gibt. Zum Teil fühlten sich die Schülervertreterinnen und -vertreter in ihrer Rolle von Mitschülern, Lehrern und Schulleitungen nicht Ernst genommen, ihre Rechte als Schülervertreter sind ihnen und auch den Lehrern häufig nur unzureichend bekannt. In den letzten fünf Jahren wurden gegenüber der Ombudsfrau in 192 Fällen Verstöße gegen das Hamburger Schulgesetz beklagt.

Der Anteil der Schülervertretungen, die sich ohne einen Erfolg aus einem Konflikt zurückzogen, bewegte sich trotz der Hilfestellung der Ombudsfrau zwischen zehn und 50 Prozent. Zum Teil führte die Angst vor schlechten Noten oder das Gefühl, doch nichts ausrichten zu können, zum Rückzug. Wo hingegen Schulen Schülervertretungen als wichtiges Gremium anerkannten, führte dies zu weniger Konflikten in der Schule. „Während der gesamten zehn Jahre war zu beobachten, dass die Schülerinnen und Schüler mit einem ausgeprägten Selbstverständnis für demokratisches Denken und einem sicheren Gespür für gerechte bzw. ungerechte Entscheidungen eine wichtige Grundlage für die Lösungen von Konflikten schaffen konnten“, stellt Barbara Beutner fest.

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