Hochschule: SPD legt Fünf-Punkte-Katalog vor

Aus Sicht der SPD-Bürgerschaftsfraktion bietet der Antritt des neuen Präsidenten der Universität dem Senat die Chance für eine Neuorientierung seiner Wissenschafts- und Hochschulpolitik. SPD-Fachexpertin Dorothee Stapelfeldt stellte in diesem Zusammenhang fünf zentrale Forderungen der SPD vor. So solle der Senat die Planspiele für einen Umzug der Universität in den Hafen offiziell und verbindlich beenden und eine klare Entscheidung treffen, um der Universität zu einer guten baulichen Substanz an ihrem jetzigen Standort zu verhelfen.

Um den Ansturm von Studienberechtigten des so genannten „doppelten Abiturjahrgangs“ zu bewältigen, fordert die SPD die kurzfristige Schaffung von 2000 Studienplätzen. Das Bachelor-Master-System müsse überarbeitet, die von CDU und GAL beibehaltenen Studiengebühren müssten abgeschafft werden, forderte Stapelfeldt. Das Hamburgische Hochschulgesetz müsse endlich demokratisiert werden. Die zentrale Forderung des Bürgermeisters, im Mittelpunkt der Hochschulpolitik müsse künftig die Qualität stehen, sei von CDU-Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach geflissentlich überhört worden, sagte die SPD-Hochschulexpertin.

Sie bezeichnete die Berufung von Prof. Dieter Lenzen zum neuen Präsidenten der Hamburger Universität als „Chance, die Hamburger Hochschulpolitik aus einer verfahrenen Situation wieder herauszukommen“. Stapelfeldt begrüßte in diesem Zusammenhang insbesondere die kritische Position Lenzens den Umzugsplänen der Senatorin gegenüber und begrüßte, dass er „aus seiner Ablehnung von Studiengebühren kein Geheimnis macht“.

Die Konkurrenz der deutschen Hochschulen und Universitäten werde größer, die Anforderungen an Studierende und Hochschulabsolventen würden härter, sagte Stapelfeldt. „Vor diesem Hintergrund wird umso deutlicher, dass ein Kurswechsel in der Hamburger Hochschulpolitik nötig ist.“ Die Studienbedingungen in Hamburg seien nicht besser, die Studiengebühren seien nicht abgeschafft worden und auf den Ansturm von Abiturienten des Doppel-Jahrgangs sind die Hochschulen nicht vorbereitet.

Der Stillstand in der Hamburger Hochschulpolitik sei auch Folge der Tatsache, dass sich CDU-Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach weniger mit Maßnahmen für mehr Qualität an den Hochschulen beschäftige, sondern mit dem Streit um deren Personal und den allgemein kritisierten Plänen zum Umzug der Universität beschäftigt habe. Für die Bewertung der Hamburger Hochschulpolitik sei symptomatisch, dass die Vorgängerin von Uni-Präsident Prof. Lenzen, die einst zur Hoffnungsträgerin hochstilisierte Prof. Monika Auweter-Kurtz – am Ende von der Senatorin fallen gelassen das Weite suchte.

„Die Wissenschaftssenatorin hat in den ersten beiden Jahren ihrer Amtszeit eine denkbar unglückliche Figur abgegeben“, sagte Stapelfeldt. Man habe nicht das Gefühl, dass Frau Gundelach sich mit den Hamburger Hochschulen und ihren speziellen Themen wirklich identifiziere oder sich ihnen verpflichtet fühle.

Der Senatorin sei zu Beginn ihrer Amtszeit mit Gedankenspielen zum Umzug der Universität in den Hafen zwar einen PR-Coup gelungen. Mittlerweile sei aber klar, dass die entsprechenden Pläne in erster Linie das Image der Senatorin verbessern sollten, weniger den Zustand der Universität. Bezeichnend sei die negative Bewertung der Hochschulsenatorin durch die Fachwelt: Bei einer Umfrage zur Bewertung der deutschen Hochschulressortleitungen war Gundelach auf dem letzten Platz gelandet. Teilgenommen an der Umfrage hatten über 2200 Universitätsprofessoren.

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