Entlassungs-Management: Wersich lenkt ein

SPD-Sozialexperte Dirk Kienscherf hat das späte Reagieren der Sozialbehörde auf bekannt gewordene Probleme beim so genannten Entlassungs-Management bedauert. „Eine unabhängige Untersuchung von Missständen im Entlassungs-Management ist geboten. Es wäre schön gewesen, wenn Senator Wersich auf die aktuellen Entwicklungen und Medienberichte zügiger reagiert hätte“, sagte Kienscherf. Die Sozialbehörde hatte zuvor nach Wochen des Zögerns eine externe Untersuchung des Entlassungsmanagements der Krankenhäuser in Aussicht gestellt.

Hintergrund: Seit rund vier Wochen verdichten sich die Hinweise darauf, dass Krankenhäuser oder von ihnen beauftragte Einrichtungen bei der Entlassung von pflegebedürftigen Menschen nicht korrekt mit Pflegeheimen kooperieren. „Angeblich verdienen die schwarzen Schafe dabei erheblich. Es ist der Eindruck entstanden, dass Menschen in einem akuten Zustand der Hilflosigkeit möglicherweise meistbietend an Pflegeeinrichtungen vermittelt werden. Das muss schonungslos aufgeklärt werden“, sagte Kienscherf.

Er betonte, es gehe um Fälle, in denen hilflose Menschen und ihre Angehörigen bedrängt und unter Druck gesetzt werden. „Die Sozialdienste haben wichtige Funktionen und Aufgaben. Krankenhäuser, die meinen, das zum Nulltarif und ohne Qualitätseinbußen auslagern zu können, handeln naiv oder verantwortungslos. Die Funktionsfähigkeit der Sozialdienste insgesamt muss unter die Lupe“, sagte Kienscherf

Kienscherf hatte nach entsprechenden Berichten bereits am 8. Februar eine Schriftliche Kleine Anfrage eingereicht. Bis in die vergangene Woche lagen der Sozialbehörde nach eigener Aussage weder gesicherten Erkenntnisse vor, noch hatte sich der Senat mit dem Thema befasst. Heute hat Gesundheitssenator Dietrich Wersich (CDU) schließlich erklärt, es werde eine externe Untersuchung des Entlassungsmanagements der Krankenhäuser geben.

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