NGG: „Bier ist keine Ramschware“

Zum Internationalen Tag des Bieres (Freitag, 3. August) warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor einer weiteren Spaltung der deutschen Bierlandschaft. „Monopolstrukturen auf der einen, Kostendruck auf der anderen Seite – die Brauer sorgen sich um die Zukunft der Branche“, sagt Michaela Rosenberger, Vorsitzende der Gewerkschaft NGG.

Verschärft werde die Situation am Biermarkt durch Ramschaktionen in den Supermärkten. „Wer die Kiste Pils zu neun Euro anbietet, um Kunden zu ködern, der erhöht auch den Druck auf die Betriebe und Beschäftigten. Doch Bier ist ein Qualitätsprodukt, das seinen Wert hat“, so Rosenberger. An der Bierherstellung hängen bundesweit rund 27.000 Arbeitsplätze allein in Brauereien mit mehr als 20 Mitarbeitern.

Wohin die Verramschung führe, sei aktuell bei „Hasseröder“ zu beobachten. Über Jahre hinweg habe man dort auf Rabattaktionen gesetzt und das Bier zum Schleuderpreis angeboten. Nachdem ein hessischer Investor jüngst vom Kauf der ostdeutschen Traditionsbrauerei zurückgetreten war, steht die Marke erneut vor einer ungewissen Zukunft. Seit 2003 gehört „Hasseröder“ zu Anheuser-Busch, dem weltweit größten Braukonzern. Die NGG fordert vom Mutterkonzern ein Bekenntnis zum Standort Wernigerode und den Erhalt der Arbeitsplätze.

Dabei haben die Brauer in diesem Jahr eigentlich Grund zur Freude. Der Rekordsommer und die Fußball-WM ließen den Bierdurst erstmals seit Jahren wieder steigen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts setzten deutsche Brauereien im ersten Halbjahr 47 Millionen Hektoliter (plus 0,6 Prozent) ab. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch ist jedoch seit 20 Jahren rückläufig und lag 2017 bei rund 101 Litern. Im selben Zeitraum stieg hingegen der Export um 70 Prozent. Zuwächse gibt es zudem beim Geschäft mit alkoholfreien Sorten.

Die NGG-Vorsitzende fordert von den deutschen Brauern „mehr Mut zur Qualität“. Dass sich hochwertige Biere zu fairen Preisen verkaufen lassen, zeige sich am Trend zu Craft- und Spezialbieren.

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