BUND und DGB: Beschäftigung und Umwelt gehen Hand in Hand

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sprechen sich gemeinsam für einen sozial-ökologischen Umbau der Wirtschaft aus. „Wir teilen die Vision eines guten Lebens für alle. Wir nehmen die Klimaziele sehr ernst und wissen, wie massiv der daraus ableitbare Strukturwandel ist“, so DGB und BUND am Montag.

„Die Art zu wirtschaften und das Verständnis von Wohlstand müssen sich grundsätzlich ändern.“ Trotz aller Unwägbarkeiten und Gefahren bestehe im Umbau der Wirtschaft die große Chance, für Viele mehr Gerechtigkeit und nachhaltigen Wohlstand innerhalb der ökologischen Grenzen der Erde zu erreichen. Mit Blick auf die Verschärfung ökologischer Krisen und sozialer Verteilungskämpfe teilen beide Verbände die Sichtweise, dass diese eine gemeinsame Grundlage haben: Eine Politik die, Gewinninteressen vor die Interessen ihrer Beschäftigten, der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Umwelt stellt.

Aus dem unumgänglichen Wandel, der geschehen muss, folgt für den BUND und den DGB die Notwendigkeit eines Dialogs, wie die sozial-ökologische Transformation gestaltet werden kann. Gemeinsam rufen sie Beschäftigte und Umweltbewegte zum Dialog und zum verstärkten Miteinander auf.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, erklärte zu dem gemeinsamen Debattenbeitrag: „Der Juni 2019 war weltweit der heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und führt uns die fortschreitende Klimakrise auch hierzulande dramatisch vor Augen. Nehmen wir das 1,5 Grad-Ziel so ernst wie geboten, folgt daraus unausweichlich ein massives Umsteuern in der Art wie wir wirtschaften, arbeiten und letztlich auch wie jede und jeder Einzelne von uns lebt. Die Fixierung auf quantitatives wirtschaftliches Wachstum als übergeordnetes Ziel kann nicht funktionieren. Gewinninteressen von Unternehmen dürfen nicht vor die Interessen der Menschen und der Umwelt gestellt werden. Wir müssen die Belastungsgrenze unseres Planeten respektieren und uns zudem dafür einsetzen, dass Regionen und Bevölkerungsgruppen bei den anstehenden Veränderungen nicht abgehängt werden. Wir müssen Antworten geben auf die Angst vieler Menschen vor der notwendigen Veränderung unseres Wirtschaftssystems und werden sie nicht rechten Rattenfängern überlassen.“

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte am Montag in Berlin: „Eine mutige Politik bringt ambitionierten Klimaschutz, gute Arbeit und gerecht verteilten Wohlstand zusammen. Der dafür notwendige Strukturwandel muss sozial und beschäftigungspolitisch flankiert und darf vor allem dem Markt nicht alleine überlassen werden. Wir brauchen ein sozial-ökologisches Investitionsprogramm, eine präventive Strukturpolitik und eine ökologische Industriepolitik, die von einem handlungsfähigen Staat aktiv gestaltet werden. So bietet der Wandel Chancen für nachhaltiges Wirtschaften, gute Beschäftigung und mehr soziale Gerechtigkeit.

Was wir nicht wollen, sind soziale Verwerfungen, abgehängte Regionen und zurückgelassene Beschäftigte. Wir brauchen einen Dialog und ein verstärktes Miteinander von Umweltbewegten und Beschäftigten, um soziale und technische Innovationen zu entwickeln um neue Formen des nachhaltigen Wirtschaftens gemeinsam zu erarbeiten. So können wir die Menschen mitnehmen, für gleichwertige Lebensverhältnisse sorgen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.“

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