Wandsbek: Amtsschimmel gegen WM

photocaseBALLIMWASSER.jpegObwohl die Finanzierung durch Sponsoren gesichert war, hat die Interessengemeinschaft „Fan-Fest Wandsbek“ das auf dem Wandsbeker Marktplatz geplante „Public Viewing“ absagen müssen. Hintergrund: Das Bezirksamt Wandsbek hat derart hohe Auflagen gestellt, dass diese trotz der gesicherten Finanzierung von der IG nicht mehr zu erfüllen sind.

„Das Bezirksamt hat von den Veranstaltern beispielsweise gefordert, dass die Umzäunung des Marktplatzes für die Dauer der Veranstaltung jeden Tag auf- und abgebaut werden sollte“, kritisiert Karin Timmermann, Wandsbeker SPD-Bürgerschaftsabgeordnete und Initiatorin einer Kleinen Anfrage an den Senat zu diesem Thema. „Eine derartige Auflage treibt Kosten unnötig in die Höhe und macht eine solche Veranstaltung nahezu unmöglich, dass muss jedem klar sein.“

Das geplante und von vielen ortsansässigen Geschäftsleuten und Sportvereinen aktiv unterstützte „Public Viewing“ hätte in Wandsbek zu einem großen Familienfest werden können. Gerade in Verbindung mit den längeren Öffnungszeiten vieler Geschäfte am Wandsbeker Markt entgeht Wandsbek eine attraktive Veranstaltung, kritisieren die Sozialdemokraten.

„Durch privates Engagement einer Initiative ist hier viel geleistet worden. Die Lizenz für die Übertragung wurde erfolgreich beantragt, Sponsorengelder wurden eingeworben. All dieses Engagement macht das Bezirksamt mit seinen hohen Auflagen kaputt“, bemängelt Ingo Egloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion. „Die Wandsbeker Geschäftsleute engagieren sich erheblich finanziell im Rahmen des BID – Business Improvement District Wandsbek für die Attraktivität unserer Stadt, die Stadt kommt Ihnen jedoch nicht im Geringsten entgegen.“ Besonders verwunderlich ist das Vorgehen des Bezirksamtes vor dem Hintergrund, das die Bürgerschaft beschlossen hat, derartige Veranstaltungen in Hamburg zu unterstützen.

Die Absage der Veranstaltung nimmt vielen Familien, die keine Karten erwerben konnten, die Chance mit anderen begeisterten Fans bei der Fußball-WM live vor Ort „dabei“ zu sein. Diesen Familien bleibt jetzt nur noch die Möglichkeit, nach Bergedorf zu fahren, wo die zuständige Behörde den großen sozialen Wert einer solchen Veranstaltung über allzu strenge Formalien gestellt hat. Mit ihrer Anfrage wollen die Wandsbeker SPD-Abgeordneten klären, aus welchen Gründen das Bezirksamt derart hohe Auflagen erlassen hat und weshalb hier kein flexiblerer Umgang mit der Thematik – wie etwa in Bergedorf – möglich war.

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