ver.di verleiht Herbert-Wehner-Medaille

Bereits zum siebten Mal verleiht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Donnerstag im „Polittbüro“ (Steindamm 45) die mit insgesamt 4.000 Euro dotierte Herbert-Wehner-Medaille.

Mit dem Preis würdigt die Gewerkschaft Institutionen oder Personen, die engagiert gegen rechtsradikale Aktivitäten, Fremdenfeindlichkeit und Gleichgültigkeit ankämpfen, durch ihr Engagement und ihren persönlichen Mut zum Vorbild werden und sich so um die Demokratie in unserem Land verdient gemacht haben.

Ausgezeichnet werden in diesem Jahr Timo Versemann und Jan Hendrik Saxe für ihren Mut und ihre Zivilcourage in der Auseinandersetzung mit der rechtsradikalen Szene in Tostedt und die Zeitzeuginnen Esther Bejarano, Antje Kosemund, Elsa Werner und Steffi Wittenberg für ihren unermüdlichen Kampf gegen das Vergessen der NS-Zeit und die damit verbundene aktive Erinnerungsarbeit.

„Mit der Namensgebung hält der Preis die Erinnerung an Herbert Wehner als einen engagierten und streitbaren Demokraten aus Hamburg wach“, sagt der ver.di Landesleiter Wolfgang Rose. „Herbert Wehner hat sein Verhalten nie an opportunistischen Gesichtspunkten orientiert, sondern immer den Mut besessen, Überzeugungen jenseits des billigen Schielens nach öffentlichem Zuspruch vorzuleben.“

Den Festvortrag am 24. Juni hält Hans-Ulrich Klose, der heute den Wahlkreis Herbert Wehners im Deutschen Bundestag vertritt.

Zu den Preisträger/innen:

Timo Versemann und Jan Hendrik Saxe

Seit Jahren macht die rechtsextreme Szene rund um den Szeneladen „streatwear“ in Tostedt in der Nordheide von sich reden. Dabei schien die Gegenwehr der demokratischen Kräfte in der Region lange eher zögerlich und unentschlossen.

Umso mehr ist der Mut von Timo Versemann und Jan Hendrik Saxe zu bewundern, die im Mai 2009 einen Brief mit über 400 Unterschriften junger Leute initiierten, in dem die Lokalpolitiker zu einem koordinierten Vorgehen gegen die rechtsradikale Szene aufgefordert wurden.

Esther Bejarano, Antje Kosemund, Elsa Werner, Steffi Wittenberg

Die NS-Überlebenden stellen sich tagtäglich der „Daueraufgabe Vergangenheitsaufarbeitung“, so die Geschichtsdidaktikerin Waltraud Schreiber. Sie diskutieren mit Schülerinnen und Schülern, die sich oft nur auf die „Kriegs- und Vertreibungsgeschichten“ der eigenen Großeltern beziehen können und repräsentieren damit Gegenstimmen im deutschen Diskurs.

Sie alle sorgen mit ihrem Kampf gegen das Vergessen dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

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