ver.di sieht Arbeitgeber bei guter Arbeit in der Bringschuld

ver.di Hamburg bewertet die am Freitag präsentierten Zahlen zum Hamburger Arbeitsmarkt differenziert. Vor Allem die Arbeitgeber seien in der Verantwortung, gute Arbeitsplätze zu schaffen.

Die sinkenden Arbeitslosenzahlen wertet ver.di als erfreulich. Sie zeigen, dass der Mindestlohn kein Wachstumsbremser ist sondern die Binnenkonjunktur ankurbelt.  Kritisch sieht die Gewerkschaft, dass trotz der sehr guten Wirtschaftslage und insgesamt sinkender Arbeitslosigkeit der Anteil der Beschäftigten in prekären Beschäftigungsverhältnissen weiter steigt.

Das betrifft gering entlohnte Arbeit sowie auch Befristungen. Zunehmend müssen Rentner und Rentnerinnen arbeiten, um sich ein Leben in Hamburg leisten zu können. Auch das hat verzerrenden Einfluss auf die Arbeitsmarktstatistik. Berthold Bose, Landesbezirksleiter von ver.di Hamburg: „Wir sehen einen zu großen Teil des Beschäftigungsaufwuchses bei befristeten Arbeitsverhältnissen und im Niedriglohnbereich. Hier muss die Wirtschaft endlich ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden und sichere Arbeitsplätze schaffen, mit einer Bezahlung, die für den Lebensunterhalt reicht. Das Gebaren der großen Einzelhandelsunternehmen zum Beispiel, die ihren Preiskampf auf Kosten der Beschäftigten austragen und aus dem Tarifvertrag fliehen, hat in einer sozialen Marktwirtschaft nichts zu suchen.“

Die Klage der Wirtschaft Insbesondere bei der Suche nach Auszubildenden in der Pflege und Erziehung über fehlende Fachkräfte lässt Bose nicht ohne Weiteres gelten. Er sieht die Arbeitgeber in der Pflicht gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und damit zu werben.

„Es ist gut, dass nun in den Bereichen Pflege und Erziehung mehr ausgebildet werden soll. Damit wird eine alte Forderung von ver.di umgesetzt. Absolut unangemessen ist aber, dass sich die Unternehmen heute beklagen, sie würden keine Auszubildenden finden. Das Image dieser Berufe haben sie selbst durch die belastenden Arbeitsbedingungen und magere Bezahlung in den vergangenen Jahrzehnten ruiniert. Mit Hochglanz-Imagebroschüren lässt sich das allein nicht heilen. Die Unternehmen sind hier in der Bringschuld. Die Arbeit in sozialen Berufen muss auch gute Arbeit für die Beschäftigten werden, dann funktioniert es auch mit dem Fachkräfteaufbau.“ e 010500000

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