SPD will Musik-Clubs mit Stiftung absichern

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion will zur Sicherung der Club-Szene eine „Hamburger Clubstiftung“ gründen. Die Stiftung soll zu ihrem Start mit mindestens einer Million Euro ausgestattet sein und Clubbetreibern etwa bei Investitionen in Schallschutzmaßnahmen oder Licht- und Tonanlage sowie bei Auflagen der Behörden oder Umbaumaßnahmen helfen, beantragen die Sozialdemokraten heute im Zuge der Haushaltsberatungen.

„Die traditionelle Hamburger Clubszene steht in einem immer härter werdenden Wettbewerb mit kommerzieller Konkurrenz. Wir müssen aufpassen, dass unsere einzigartige Clubszene nicht unter die Räder kommt“, sagt der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Andy Grote. Steigende Abgaben und Steuern, strengere Auflagen, steigende Gewerbemieten an den szenenahen Standorten oder eingeschränkte Werbemöglichkeiten setzten den Clubs immer mehr zu. „Immer wieder sind auch renommierte Clubs in ihrer Existenz bedroht oder müssen sogar schließen“, sagte der Abgeordnete aus St. Pauli.

Die Finanzreserve vieler Clubs sei so dünn, dass größere Investitionen – häufig von Behörden gefordert – schnell zur Existenzfrage würden. Hinzu komme, dass Musikclubs nur eingeschränkt Zugang zu den üblichen Finanzierungsformen über Bankdarlehen haben. Gleichzeitig sind Live-Musikclubs – obwohl sie als private Musikbühnen in der Struktur Privattheatern ähneln – nicht als Kulturbetriebe anerkannt und erhalten bisher keine nennenswerte öffentliche Förderung. Eine Hamburger Clubstiftung wäre hier ein entscheidender Fortschritt.

„Mit einer Hamburger Clubstiftung würden wir die Förderung der Hamburger Clubs dauerhaft absichern, unabhängig von der jeweiligen Haushaltslage. Die Clubszene würde einen Ansprechpartner bekommen, bei dem Club-Sachverstand konzentriert wäre, und sie bekäme eine Plattform für den Außenauftritt und Lobbyarbeit“, sagte Grote. Für eine solche Stiftung, die auch aus der Clubszene selbst gefordert wird, könnte außerdem privates Kapital mobilisiert werden: „Konzertveranstalter, Musikverlage, oder Plattenfirmen profitieren von einer lebendigen und innovativen Clubkultur und könnten so dazu beitragen, deren Zukunft zu sichern. Das Stiftungsvermögen könne durch Spenden oder Benefizveranstaltungen weiter aufgestockt werden. Die Clubförderung erhalte auf diese Weise eine finanzielle Basis, die sie langfristig von öffentlicher Förderung unabhängiger macht.“

Die Startfinanzierung der Clubstiftung soll mit Geld aus dem Haushaltstitel „Förderung des Standortmarketings“ erfolgen, in dem in der Vergangenheit eine „Reserve“ von rund 2,7 Millionen Euro gebildet wurde. „Die Hamburger Clubstiftung wäre Standortmarketing und Kulturförderung in einem“, sagte Grote.

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