Heute Streik im Öffentlichen Dienst – ver.di-Chef Bsirske spricht

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft heute erneut Beschäftigte des Hamburger Öffentlichen Dienstes zum eintägigen Warnstreik auf. Hintergrund der Aktion ist die bundesweit laufende Tarifrunde im Öffentlichen Dienst, von der in Hamburg rund 25 000 Beschäftigte der städtischen Betriebe und des Bundes betroffen sind. Bei der Auftaktkundgebung beim Hamburger Arbeitgeberverband „Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg/AVH“, Beim Neuen Krahn 2, wird der ver.di-Bundesvorsitzende Frank Bsirske zu den Streikenden sprechen.

In bisher zwei Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber kein Tarifangebot für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten gemacht, so dass ver.di mit Warnstreiks den Druck vor den nächsten Verhandlungen am 15. und 16. April in Potsdam erhöht. ver.di fordert in dieser Tarifrunde 6 Prozent mehr Geld, mindestens aber einen Sockelbetrag von 200 Euro pro Monat. Gerade im Bereich der unteren Tarifgruppen wäre ein erhöhter Sockelbetrag wichtig, da hier zum Teil noch unter 2000 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitstelle verdient wird. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden.

Der Warnstreik wird in Hamburg unter anderem Einrichtungen der ELBKINDER-Kitas, der Stadtreinigung, der Hafenaufsicht (Hamburg Port Authority/HPA), der Theater, der Stiftung Hamburger öffentliche Bücherhallen (HÖB) und von Bundesbehörden wie dem Zoll oder dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) betreffen. Alle Einrichtungen der Hamburger Stadtreinigung werden über den 12. April hinaus auch am Freitag, den 13. April bestreikt. Dazu gehören auch die Recyclinghöfe.

Es kann in allen Bereich zu erheblichen Störungen im Betriebsablauf bis hin zu Schließungen kommen. Bereits Ende März kam es in Hamburg zu einem ersten Warnstreik im Öffentlichen Dienst. Damals nahmen über 2000 Streikende teil.

„Am Donnerstag werden die Beschäftigten in Hamburg erneut zeigen, dass sie endlich ein vernünftiges Tarifangebot der Arbeitgeber erwarten“, sagt Berthold Bose, Landesbezirksleiter von ver.di Hamburg. „Gerade in den unteren Einkommensgruppen muss ein anständiger Sockelbetrag her, damit prekären Löhnen in diesem Bereich der Kampf angesagt wird.“

Sieglinde Frieß, Tarifkoordinatorin bei ver.di Hamburg ergänzt: „Bei der nächsten Tarifverhandlung müssen die Arbeitgeber endlich liefern. Es kann doch nicht sein, dass über 2 Millionen Beschäftigte in zwei Verhandlungsrunden hingehalten werden und trotz voller Kassen kein Tarifangebot kommt. Wertschätzung sieht anders aus!“

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