Gastschüler: Keine Einigung mit Nachbarn

Wir hatten schon darüber berichtet, heute holen es alle anderen nach: Es gibt ein vorläufiges neues „Gastschulabkommen“, das einigen SchülerInnen aus Schleswig-Holstein erlaubt, in Hamburg die Schule zu besuchen. Die meisten werden aber abgewiesen oder müssen später gehen – solange Schleswig-Holstein für seine Kinder kein Schulgeld zahlt, sollen sie zu Hause bleiben.

Ties Rabe (SPD) kritisiert die Schulbehörde, die allerdings auf Hamburger Seite gar nicht die Verhandlungen führt (das macht die Senatskanzlei, sie verhandelt mit der Kieler Staatskanzlei): „Die Schulbehörde hat einen unüberlegten Alleingang gestartet. Sie hat es geschafft, Schülerinnen, Schüler und Eltern über Monate hinweg zu verunsichern. Der Lösung des Problems ist sie keinen Schritt näher gekommen.“

Mit diesen Worten hat SPD-Schulexperte Ties Rabe die heute bekannt gegebene vorläufige Einigung im Streit um das Gastschulabkommen zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein kommentiert. Er forderte, Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein, die derzeit eine Hamburger Schule besuchen, müssten an diesen Schulen auch ihre Schulabschlüsse machen können. Eine vorzeitige Abschulung nach Beendigung der Schulstufe, wie es das Abkommen vorsieht, komme nicht in Frage.

Die Schulbehörde habe das Gastschulabkommen gekündigt, ohne sich über die Folgen klar zu sein. „Sie hat hoch gepokert – und zumindest bis heute nichts gewonnen“, sagte Rabe. Denn an der Kostenbelastung Hamburgs – mit der die Schulbehörde die Kündigung des Abkommens begründet hat – ändere sich bis auf weiteres nichts.

Die Situation sei offensichtlich so verfahren, dass die Schulbehörde eine über zwei Monate dauernde vertragslose Situation akzeptieren musste. Eine langfristige Lösung des Streits sei offenbar nicht greifbar, sagte Rabe. Diese Lösung sei aber notwendig – im Interesse der Schülerinnen, Schüler und ihrer Eltern sowie der Schulen, die durch den Streit in ihrem Bestand gefährdet sind.

Rabe selbst hat ureigenstes Interesse an der Gastschülerfrage: Er ist Studienrat am Bergedorfer Luisen-Gymnasium. Das ist Spitzenreiter unter Hamburgs Schulen mit Gastschülern. Hier werden immerhin 129 Schleswig-Holsteiner unterrichtet, jeder siebte Schüler, obwohl es gleich hinter der Landesgrenze (in Wentorf, Reinbek, Geesthacht) ebenfalls Gymnasien gibt. Das „Lui“ ist halt sehr beliebt.

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