Bürgermeister verschweigt Ausbildungs-Krise

Angesichts der von Bürgermeister von Beust vorgestellten „Ausbildungsoffensive für den öffentlichen Dienst“ hat die SPD-Bürgerschaftsfraktion davor gewarnt, die Anzeichen der Krise auf dem Ausbildungsmarkt zu ignorieren.

„Es droht die Gefahr, dass die Konjunkturkrise den Ausbildungsmarkt erreicht“, so die Schulpolitikerin Britta Ernst am Mittwoch. So zeigen die Daten einen dramatischen Abfall an bereit gestellten Ausbildungsplätzen um 18 Prozent. Der Erste Bürgermeister habe diese Entwicklung nicht angesprochen, obwohl er sich gestern im Rahmen der Landespressekonferenz mit dem Thema Ausbildung beschäftigt hat, kritisierte die SPD-Fraktion.

Die ebenfalls gesunkene Zahl der Ausbildungsplatzbewerberinnen und -bewerber müsse hinterfragt werden, da sich dahinter diejenigen verbergen, denen „Ausbildungsreife“ abgesprochen werde, die aber dennoch unversorgt seien. Der Senat müsse neben den Anstrengungen im öffentlichen Dienst gerade jetzt mit der Privatwirtschaft zu Vereinbarungen kommen, die verhindern, dass Hamburgs Jugendliche wegen der schwächelnden Konjunktur den Einstieg in Ausbildung nicht schaffen.

Zum Hintergrund:

Es gab weder vom Senat noch von der BA eine Information zum Ausbildungsstellenmarkt; die vom DGB verbreiteten Zahlen finden sich aber im Statistikheft der BA vom März 2009 und sind auf den Statistikseiten veröffentlicht.

Im Ländervergleich Verhältnis Bewerber pro Ausbildungsplatz steht Hamburg nach diesen Statistiken von allen Bundesländern am besten dar. Das hängt allerdings damit zusammen, dass die Regionaldirektion Nord vielen Ausbildungsplatzsuchenden die Ausbildungsreife abspricht und sie gar nicht als Bewerber führt. Die Statistik über diese nicht „ausbildungsreifen“ wird seit einiger Zeit nicht mehr veröffentlicht.

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