„Zomia“-Bauwagen: Letzte Ausfahrt Bahrenfeld

Im Konflikt um den von der Räumung bedrohten Bauwagenplatz „Zomia“ in Wilhelmsburg bietet die rot-grüne Koalition in Altona ihre Hilfe an: Die „Zomia“-Bauwagen seien in Altona willkommen.

„Der Wagenplatz Zomia ist in Altona willkommen. Die Mehrheitsfraktionen in der Bezirksversammlung Altona erklären ihre Unterstützung für eine Genehmigung des Wagenplatzes in unserem Bezirk“ sagt Thomas Adrian, Vorsitzender der
SPD-Bezirksfraktion Altona. Die Vorsitzende der GAL-Bezirksfraktion, Gesche Boehlich: „Das Bezirksamt prüft zur Zeit mit Hochdruck mögliche Flächen für eine Ansiedlung von Zomia. Das Ergebnis der Prüfung wollen wir noch diese Woche mit den Bauwagenbewohnern diskutieren. Ich hoffe, dass es uns gelingt einen für alle Seiten tragbaren Kompromiss zu finden“.

Konkret werden derzeit Flächen im Stadtteil Bahrenfeld geprüft. „Es ist schwer, eine Fläche zu finden die nicht in irgendeiner Form
planungsbetroffen ist. Ich glaube jedoch, dass möglich sein wird einen
adäquaten Standort zumindest für die nächsten vier Jahre anzubieten“, ergänzt Mark Classen, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Der Bezirk Altona hat in den letzten Jahren bereits mehrere Einrichtungenaufgenommen, die im Bezirk Mitte keine Perspektive mehr hatten, wie zum Beispiel die Obdachlosenhilfe Alimaus oder die Drogenhilfeeinrichtung Stay Alive. Die Nutzungsgenehmigung für die beiden bereits bestehenden Bauwagenplätze am Rondenbarg und in der Gaußstraße sind erst kürzlich von der Bezirksversammlung Altona verlängert worden.

Heike Sudmann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, kritisiert die geplante Räumung des Wagenplatzes Zomia in Wilhelmsburg:
„Es ist schon erstaunlich, wie eine fünfzehnköpfige Gruppe durch die Verweigerungshaltung des Bezirksamtsleiters Markus Schreiber und seiner SPD-GenossInnen vor Ort zu einem Problem für die angeblich so offene und tolerante Weltstadt Hamburg wird.

Fakt ist, dass planungsrechtlich die derzeitig von Zomia belegte Fläche in Wilhelmsburg für eine mehrjährige Übergangsnutzung geeignet ist. Obwohl die grundsätzliche Ablehnung von Bauwagenplätzen durch die Mitte-SPD mit Herrn Schreiber an der Spitze von der unmittelbaren Nachbarschaft des Zomia-Platzes nicht geteilt wird, wird hier etwas zu einem gesamtstädtischen Problem gemacht, was leicht zu lösen wäre: mit dem Verbleib auf dem Platz.

Vielleicht gelingt es ja, genügend vernünftige und mit politischem Weitblick ausgestattete Personen zu finden, die zu einer friedlichen Lösung beitragen. Etliche davon sind schon am Werk, sie scheitern vermutlich daran, dass es dem Ersten Bürgermeister wichtiger ist, den Frieden und die Mehrheit innerhalb der SPD zu wahren.“

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