Wersichs Märchen und der Pflegenotstand

SPD-Sozialexperte Dirk Kienscherf hat den Hamburger Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) als „Hauptverantwortlichen für den akuten Notstand bei der Pflege in Hamburg“ bezeichnet. „Seit über fünf Jahren weisen wir darauf hin, dass Hamburg auf einen gravierenden Fachkräftemangel in der Pflege zusteuert. Herr Wersich hat sich – zuerst als Sozialstaatsrat und später als Sozialsenator – darauf beschränkt, Märchen zu erzählen. Die Wahrheit holt ihn jetzt ein“, sagte Kienscherf. Er forderte in diesem Zusammenhang eine Verbesserung der Ausbildungssituation in der Pflege und verwies auf einen Antrag der SPD-Fraktion, der derzeit in den Ausschüssen beraten wird.

Aktuellen Angaben der Agentur für Arbeit zufolge können freie Arbeitsplätze im Pflegebereich derzeit nicht besetzt werden können, weil entsprechende Fachkräfte fehlen. Dieser Fachkräftemangel könne niemanden überraschen, sagte Kienscherf. Wersich mache es sich zu einfach, wenn er allein das Image des Altenpflegeberufs für den Mangel an Ausbildungsbewerbern verantwortlich mache. Die Ausbildungs- und Arbeitswirklichkeit in den Pflegeberufen müsse besser werden, forderte der SPD-Abgeordnete. Die SPD habe dazu bereits mehrmals Vorschläge gemacht.

So fordert die SPD-Bürgerschaftsfraktion eine angemessene Bezahlung und die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in der Pflegebranche. Gleichzeitig müssten die Aufstiegschancen für Pflege-Beschäftigte verbessert werden. „Wirkliche Aufstiegschancen bis hin zu einem Fachhochschulstudium bietet das Altenpflegeexamen nur, wenn in der Ausbildung zugleich auch der Erwerb der Fachhochschulreife angeboten wird. Das sollte eigentlich Standart in Hamburg sein, ist es aber an vielen privaten Altenpflegeschulen nicht. Ohne diese Verbindung bleiben den Auszubildenden wesentliche Karrieremöglichkeiten verschlossen“, bemängelte der SPD-Sozialexperte. Fast alle privaten Altenpflegeschulen würden ferner Schulgeld kassieren, das die Ausbildungsvergütung im Ergebnis deutlich schmälere. Weiter müssten gerade Berufseinsteiger in Altenpflegebereich mehr Angebote für Supervision und Nachsorge bekommen, damit sie die psychische Belastung im Umgang mit Sterben und Tod besser verkraften können.

Hamburg müsse sich endlich eine Reform der Altenpflegeausbildung vornehmen – „damit der Pflegeberuf endlich ein europaweit anerkannter Ausbildungsberuf wird, so wie es für die Krankenpflege längst gilt“, sagte der SPD-Sozialexperte.

Ein Gedanke zu „Wersichs Märchen und der Pflegenotstand“

  1. Der Pflegnotstand ist kein alleiniges Problem von CDU Bundesländern/Städten sondern ein Problem der Politik der aktuellen Besetzung des heutigen Bundestages. Hier ist unter Hinzutun der SPD UND der CDU in den letzten JAhren 50 000 Stellen in deutschen KRankenhäusern zusammengestrichen worden- ohne jede Bedarfsanalyse hierfür hinzu zu ziehen.
    Ulla Schmidts Plan hier wieder Stellen aufzubauen hat hier keinerlei Änderung ergeben, allenfalls werden wohl bestehende Stellen nun mit anderen Mitteln bezahlt- NEUE Stellen gibt es meiner BEobachtung nach eher nicht.

    Hier stehen nun Antworten an,
    Antworten die uns im aktuellen Kuschelwahlkampf von KEINER im Budestag vertretenden Partei präsentiert werden- und das macht wirklich Angst.

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