Trend ungebremst: Wohnen wird immer teurer

Wohnen in Hamburg wird immer teurer – eine Tendenz, die aus Sicht der SPD-Bürgerschaftsfraktion auch auf den nicht ausreichenden Wohnungsbau zurückzuführen ist. „Es wird zu wenig gebaut, die Mieten steigen, und das betrifft insbesondere Menschen mit kleinen Wohnungen und geringem Verdienst“, sagte SPD-Stadtentwicklungsfachmann Andy Grote.

Aus dem heute offiziellen Mietenspiegel gingen Mietsteigerungen von 3,6 Prozent für den so genannten „Mittelwert“ hervor. Allerdings ist der „Unterwert“, der jeweils das untere Ende der Preisspanne markiert und damit den Bereich der preisgünstigen Wohnungen abbildet um 5 Prozent gestiegen. Die Steigerung gerade bei den bezahlbaren Wohnungen fiel damit am deutlichsten aus – obwohl der größte Teil der über 20.000 neu in den Mietenspiegel einbezogenen Wohnungen als vormalige Sozialwohnungen eine dämpfende Wirkung auf das Mietniveau gerade in den unteren Preiskategorien hatte. Durch die zweite deutliche Steigerung in Folge ist der Mittelwert des Mietenspiegel seit 2005 um insgesamt 8 Prozent gestiegen

Auch andere jüngere Untersuchungen zur Mietpreisentwicklung in Hamburg weisen Grote zufolge auf deutliche Mietsteigerungen in Hamburg hin. Neben den durchschnittlichen Mietsteigerungen sei unübersehbar, dass vor allem innerstädtische Viertel, wie zum Beispiel St. Pauli oder Altona-Altstadt mit überproportional steigenden Mieten konfrontiert sind. So ist die durchschnittliche Marktmiete für St. Pauli der aktuellen Untersuchung von F+B zufolge seit 2005 um 28 Prozent gestiegen. „Seit der Senat seine Politik am Leitbild ,wachsende Stadt´ ausrichtet, warnen wir vor einer Entwicklung, durch die sich langjährige Bewohner ihren Hamburger Stadtteil nicht mehr leisten können. Wir brauchen in den betroffenen Vierteln Maßnahmen, die die dort seit vielen Jahren lebenden Menschen vor Verdrängung zu schützen. Wir brauchen gerade in diesen Stadtteilen mehr geförderten Wohnungsbau, mehr Engagement von SAGA/GWG und preiswerte städtische Wohnungsbaugrundstücke“, sagte Grote.

Darüber hinaus müsse der Senat endlich bei der Wohnungsbauförderung vorankommen. „Steigende Mieten sind in erster Linie Folge von zu wenig Angebot“, sagte Grote. Seit Jahren würden viel zu wenige Wohnungen in Hamburg gebaut. Die auch vom Senat genannte Zielzahl von 5000 bis 6000 neuen Wohnungen pro Jahr sei zuletzt im Jahre 2001 erreicht worden.

Grote wies zudem auf die jüngsten Antworten des Senats auf zwei seiner Kleinen Anfragen hin. Diese hätten verdeutlicht, dass auch im laufenden Jahr bei den öffentlich geförderten Wohnungen kein Aufbruch spürbar ist. Vielmehr habe das ohnehin wenig ambitionierte Förderprogramm des Senats für den Mietwohnungsbau in den ersten zehn Monaten mit gerade einmal 386 bewilligten Wohnungen noch nicht einmal zu 40 Prozent ausgenutzt werden können. „Wenn sich diese Zahlen bestätigen, werden wir auch 2009 wieder viel zu wenig neu gebaute Wohnungen in Hamburg haben. Der Negativtrend setzt sich fort. Die Mieten werden als Folge dieser Entwicklung weiter steigen. Und der Senat hat keine Antworten darauf,“ schlussfolgert Grote.

Grote verwies mit Blick auf den Mietenspiel auf vergleichbare Untersuchungen, nach denen die Mietpreisentwicklung in Hamburg noch problematischer ist als vom Senat beschrieben: „Diese kommen tendenziell alle zu ähnlichen Ergebnissen. So hat zum Beispiel eine Untersuchung von Jones Lang Lassale eine Erhöhung der so genannten Schwerpunktmiete (= Häufigster angebotener Mietpreis) zwischen dem 2. Halbjahr 2008 und dem ersten Halbjahr 2009 von 8,70 Euro/m² auf 9,85 Euro/m² ergeben (= …% in 1/2 Jahr). Eine weitere Untersuchung (F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH) ergab eine Erhöhung bei den Neuvermietungsmieten in Hamburg von rund 7 Euro/m² Mitte 2007 auf 7,50 Euro/m² im ersten Quartal 2009 (= 7% in zweieinhalb Jahren).

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