Leiharbeit: Keine Brücke in den Arbeitsmarkt

Im Zuge der Hartz-Reformen wurde die Deregulierung der Leiharbeit damit begründet, dass sie für Arbeitslose eine Brücke zurück in den Arbeitsmarkt darstellen soll. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat nun in seinem aktuellen Bericht festgestellt, „das für ehemals Arbeitslose Leiharbeit keine breite Brücke, sondern wohl eher einen schmalen Steg aus der der Arbeitslosigkeit in Beschäftigung“ darstellt. Nur 7 % der vormals Arbeitslosen schafft nach der Leiharbeit den Sprung in reguläre Arbeit.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Bezirk Nord, erklärt zu diesem Ergebnis: „Die Leiharbeitslüge zeigt, es ging bei der Freigabe der Leiharbeit nicht um Brücken in den ersten Arbeitsmarkt sondern um mehr Druck auf reguläre Arbeit, auf Löhne und Arbeitsbedingungen auszuüben. Leiharbeit ist ein Instrument, um prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu fördern.“

Die Wissenschaftler des IAB zeigen auf, dass Leiharbeiter in der Krise als erste wieder ihren Job verlieren. Während es im Juni 2008 über 820.000 Leiharbeitnehmer gab, schrumpfte ihre Zahl bis April 2009 auf 582.000. Demgegenüber war der Arbeitsmarkt insgesamt stabiler. Polkaehn forderte die Bundesregierung auf, das Arbeitnehmerüberlassungs-Gesetz zu überarbeiten und die Leiharbeit zeitlich zu begrenzen und den Grundsatz „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ zur Anwendung zu bringen.

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