Kolbenschmidt macht dicht – 188 ohne Job

Heute hat die Geschäftsführung der Kolbenschmidt GmbH die Betriebsräte der Kolbenwerke Neckarsulm und Hamburg sowie die IG Metall über die beabsichtigte Schließung des Kolbenwerks Hamburg unterrichtet. Betroffen von den Schließungsabsichten sind mehr als 188 Beschäftigte im Werk Hamburg. Zugleich erklärte die Geschäftsführung, dass die geplanten Personalabbaumaßnahmen in Neckarsulm in Höhe von insgesamt 180 Arbeitsplätzen forciert werden sollen.

„Standortsicherungsverträge sind nicht nur für die Sonnentage da. Sie müssen auch in schlechten Zeiten gelten. Wir werden nicht zugucken, wie Vereinbarungen und die Perspektiven für die Beschäftigten und ihre Familien aufgelöst werden. Die Firma muss zu ihren Zusagen und ihrer sozialen Verantwortung stehen“, sagt Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste.

Der Gesamtbetriebsrat, die Betriebsräte der Standorte Hamburg und Neckarsulm und die IG Metall geben hierzu folgende gemeinsame Erklärung ab:

Der Gesamtbetriebsrat, die Betriebsräte der Standorte Neckarsulm und Hamburg und die IG Metall verurteilen die beabsichtigten Schließungspläne und die forcierten Personalabbaumaßnahmen, weil mehr als 360 Beschäftigte in ihrer Existenz bedroht sind. Die Betroffenheit reicht deutlich weiter, weil dies ganze Familien trifft.

Das Werk Hamburg hat sich in der Vergangenheit durch hohe Produktivität ausgezeichnet und war überdurchschnittlich profitabel. Nun soll das traditionsreiche Kolbenwerk geschlossen werden. Einmal mehr sollen die Beschäftigten die Opfer einer Krise werden, die durch Finanzspekulationen ausgelöst wurde. Damit werden Unschuldige getroffen.

Die Schließungspläne sind zudem ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Arbeitnehmer, da erst Mitte letzten Jahres durch erhebliche Beiträge der Beschäftigten in einem Standortsicherungsvertrag eine Garantie für das Werk Hamburg bis Ende 2012 festgeschrieben wurde. Für die Arbeitnehmervertretungen und die IG Metall ist es nicht hinnehmbar, wenn nun die Geschäftsführung jetzt aus den vertraglichen Verpflichtungen aussteigen will und die abgegebene Beschäftigungsgarantie mit Füßen tritt.

Gerade unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben die Unternehmen zu ihrer sozialen Verantwortung zu stehen. Statt Arbeitsplätze zu vernichten, müssen Wege gefunden werden, um Menschen in Arbeit zu halten. Wir erwarten, dass die Fa. Kolbenschmidt zu ihren zugesagten Verpflichtungen steht. Kurzarbeit ist ein geeignetes Instrument, um Auftragseinbrüche aufzufangen und Beschäftigte vor Entlassung zu schützen. Dieser Umgang mit dem Standortsicherungsvertrag und den Belegschaften der Werke beschwört unweigerlich einen Konflikt herauf.

Wir erwarten, dass die Geschäftsführung mit den Arbeitnehmervertretungen und der IG Metall in ergebnisoffene Gespräche tritt, um tragfähige Lösungswege zu finden, damit die schwierige wirtschaftliche Situation unter Respektierung der Interessen der Beschäftigten in sozialer Verantwortung gelöst werden kann.

2 Gedanken zu „Kolbenschmidt macht dicht – 188 ohne Job“

  1. Immobilen , Banken , Wirtschaftskrise!

    Da läst sich sicher so manches bereinigen :
    So oder so ännlich wird es die Belegschaft jetzt sehen, die Schließung des Werkes! Klar ist wir haben im Juni 2008 einen ZUKUNFTSSICHERUNGSTARIFVERTRAG abgeschlossen und dort viel gegeben, um weiter machen zu können. Klar ist jetzt auch, der ist dem Unternehmen nichts Wert sondern war nichts anderes als ein Sparprogram um die Abführungsverpflichtungen an die Rheinmetall Ag zu sichern.
    Klar ist auch unsere Herren sind nicht ehrlich ! Warum sagen Sie nicht das eigentlich die Vorstände der Rheinmetall diese Opfer fordern um ihre Zahlen als Aktiennotiertes Unternehmen zu sichern. Abzusichern, getrieben von den Hauptaktionären : DEN BANKEN!
    Ja auch hier sind eigentlich die Banken diejenigen die Druck machen und denen egal ist ob Ihre Kunden , WIR , dann auf der Straße sitzten. WIR, die die Banken gerade mit unseren Steuergeldern gerettet haben.
    Na ja Steuergelder werden sie ja dann bald von uns nicht mehr so viel bekommen. ! Tja man soll nie an dem Ast sägen auf dem man Sitzt, das könnte bös enden.Ich hoffe dass das Unternehmen sich noch auf die Firmengrundsätze besinnt und lieber einen guten Vertrag aufrecht erhält, als vor der Macht eines Rüstungskonzerns kuscht. Es reicht ja, wenn die vor den Banken zittern!
    Und wenn nicht, dass man dann wenigstens FAIR verhandelt und nicht noch versucht, einen Sparplan als Sozialplan aufzulegen.

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