Hamburger Musikradio: FluxFM vs. ByteFM

„Wir bringen auf 106,0 UKW Clubmusik direkt in Hamburgs Wohnzimmer“, jubelte gestern Farid Müller (GAL) und meinte damit das aus Berlin stammende FluxFM. Dass es mit ByteFM ein vergleichbares Angebot in Hamburg längst gibt, scheint dabei keine Rolle gespielt zu haben, meint Norbert Hackbusch (LINKE) und fordert einen fairen Wettbewerb.

So äußert sich heute die LINKE:

Musikradio: Ist die GAL taub für Hamburgs Radiolandschaft?

Im Koalitionsvertrag hatte die schwarz-grüne Regierung vereinbart zur „Stärkung der Musikstadt und der Life Musik Clubs“ ein redaktionelles Musikradio einrichten zu wollen. Im Alleingang präsentiert nun die GAL-Bürgerschaftsfraktion den Radiosender ‚FluxFM‘ – betrieben von den MacherInnen des privaten Berliner Musiksenders Motor FM. Dass es mit dem Internet Radiosender ByteFM bereits ein Musikradio in Hamburg gibt scheint dabei keine Rolle gespielt zu haben.

Um ein Radioprogramm rund um das Reeperbahnfestival präsentieren zu können, hatte sich FluxFM bei der Bundesnetzagentur und beim Medienrat Hamburg/Schleswig-Holstein um eine so genannte „Eventfrequenz“ beworben und am 02. September eine temporäre Zulassung für vier Wochen erhalten. Im Internet wird der Sendebetrieb von ‚FluxFM‘ anschließend dauerhaft fortgesetzt.

Die GAL-Bürgerschaftsfraktion hat die Berliner RadiomacherInnen von Flux FM/Motor FM auf dem Weg zu der Bewerbung beim Medienrat Hamburg/Schleswig-Holstein, laut Müller, „freundlich begleitet“ und durch „Networking“ unterstützt. Hamburger RadiomacherInnen wurden hingegen bisher links liegen gelassen.
Der Radiosender ByteFM ist u.a. diesjähriger Preisträger des Grimme Online Awards und ist mit seinem 24-stündigen Musikprogramm innerhalb von eineinhalb Jahren zu einem bundesweit anerkannten Teil der Hamburger Medien- und Kulturlandschaft geworden.

„Daher drängt sich die Frage auf warum die GAL-Bürgerschaftsfraktion eigenmächtig ein privates Berliner Musikradio nach Hamburg holt, anstatt dafür zu sorgen, dass dieses Projekt ausgeschrieben wird. Damit hätten auch Hamburger RadiomacherInnen eine Chance bekommen. Der sollte Senat dringend für einen fairen Wettbewerb sorgen, bei dem Hamburgs RadiomacherInnen nicht einfach ignoriert werden“, erklärt Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion.

Das ist die Meldung der GAL von gestern:

Müller: „Wir bringen auf 106,0 UKW Clubmusik
direkt in Hamburgs Wohnzimmer“

Die GAL-Bürgerschaftsfraktion holt ein redaktionelles Musikradio nach Hamburg. Zum 14. September 2009 startet für vier Wochen FluxFM in Hamburg seinen Sendebetrieb auf 106,0 UKW und im Internet unter www.fluxfm.de, wo der Sendebetrieb dauerhaft fortgesetzt wird.

Anlässlich des Reeperbahnfestivals hat FluxFM bei der Bundesnetzagentur und beim Medienrat Hamburg/Schleswig-Holstein eine Eventfrequenz erstmals für Hamburg beantragt. Am 2. September hat der Medienrat darüber entschieden.

Die MacherInnen von FluxFM betreiben mit MotorFM als privat finanzierten Sender in Berlin bereits ein redaktionelles Musikradio. Und verstehen sich als Plattform von und für Musikschaffende, NewcomerInnen und musikinteressierte HörerInnen. Im Gegensatz zu den in Hamburg aktuell sendenden Formatradios können auf redaktionellen Musikradiosendern viele Musikstilrichtungen gespielt werden.

Farid Müller, medienpolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion, sagte dazu am Montag: „Mit dem neuen Radiosender kommt die Clubmusik in die Hamburger Wohnzimmer. Das stärkt die Live-Musik und die Hamburger Musikszene.“

Hintergrund: GAL und CDU haben im Koalitionsvertrag Schritte zur Stärkung der Musikstadt und der Live Music Clubs vereinbart. Dem schon beschlossenen Ausbau der Clubförderung, der Ausschreibung eines neuen „Club Awards“ und der
Bereitstellung von Investitionsmitteln für die Clubs wird jetzt mit dem erstmaligen Sendebetrieb zum Reeperbahnfestival ein weiterer Förderbaustein hinzugefügt.

NachwuchsmusikerInnen und Bands brauchen eine Plattform und einen Draht in die Ohren der HamburgerInnen, Radio ist das richtige Medium dafür.

2 Gedanken zu „Hamburger Musikradio: FluxFM vs. ByteFM“

  1. Hier eine aktuelle Antwort von Farid Müller:
    Es geht hier um zwei völlig verschiedene Dinge: Die Veranstalterfrequenz für FluxFM auf der einen Seite. Auf der anderen Seite bemüht sich ByteFM derzeit um öffentliche Mittel. Um eine Veranstalterlizenz bei der Medienanstalt hat sich ByteFM aber gar nicht beworben. Für eine solche Frequenzvergabe ist allein die unabhängige Landesmedienanstalt zuständig.

    Hamburg bekommt für vier Wochen mal zusätzlich ein redaktionelles Musikradio, da sollten sich glaube ich alle freuen: die Clubs, die Bands und die Hamburger. Übrigens, durch einen weiteren Sender in Hamburg werden die Anliegen von ByteFM eher unterstützt, denn der Boden für andere Musik muss auch erst geschaffen werden. Das ist ein Stück Vielfalt.

  2. Wieso sendet Flux.Fm in einer schlechten Tonqualität? Hört sich an, als wenn die Leitung
    aus einen Telefonhörer abgefangen wird.
    Ist das Absicht, damit man dort nicht zu lange
    Flux Fm hört, und wieder auf das Gedudel von RHH RSH Alsterradio usw. umschaltet ?!
    Das kann doch nicht sein das Radio 2009 schlechter klingt als vor 40 Jahren…

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