Gängeviertel – hat der Senat aus Fehlern gelernt?

SPD-Stadtentwicklungsexperte Andy Grote hat den CDU-GAL-Senat davor gewarnt, mit einer neuen Investorenlösung für das historische Gängeviertel alte Fehler zu wiederholen. Angesichts der aktuellen Berichterstattung über das Gängeviertel äußerte sich Grote enttäuscht darüber, dass der Senat offenbar weiter an einer privaten Investorenoption arbeitet. „Mit Blick auf die letzten Monate stellt sich die Frage, ob der Senat aus seinen Fehlern der Vergangenheit gelernt hat“, sagte Grote.

„Der Name Frank Otto, der seit längerem im Raum steht, ist ein guter Name in Hamburg. Und jedes gemeinnützige Engagement von seiner Seite wäre sicher willkommen. Völlig unbegreiflich wäre es allerdings, wenn der Senat unter Inanspruchnahme eines guten Namens schlicht eine weitere private Investorenlösung verfolgte. Denn damit würde der Senat denselben Fehler zum dritten Mal machen“, sagte der SPD-Stadtentwicklungsexperte. Der Senat habe es unter öffentlichem Druck schließlich geschafft, das Gängeviertel vom Privatinvestor Hanzefast wieder zu übernehmen. Jetzt wäre es absurd, das nächste „privat-kommerzielle Projekt mit eingestreuten Künstlerbiotopen“ auf den Weg zu bringen.

Das Gängeviertel müsse zunächst in seinem historischen Gebäudebestand saniert werden. Danach müsse es darum gehen, im Einvernehmen mit der Künstlerinitiative eine gemischte Nutzung mit bezahlbarem Wohnraum sowie mit Kleingewerbe und Kunst zu verwirklichen. Dies werde in einem privaten Investorenmodell mangels Rendite nicht zu erreichen sein, fürchtet Grote: „Die Vergangenheit hat schmerzvoll gezeigt, dass private Investorenlösungen im Gängeviertel nicht funktionieren können. Es wird Zeit, dass auch der Senat dies endlich begreift.“

Die in weiten Teilen der Stadt befürwortete gemeinnützige Entwicklung des Gängeviertels könne nur in städtischer Verantwortung erreicht werden. „Schwarz-Grün muss seinen Schlingerkurs beim Gängeviertel beenden und endlich Farbe bekennen“, forderte Grote.

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