Elbtreppenhäuser: Kein Durchblick bei der SAGA

Die SAGA GWG will historische Elbtreppenhäuser in Altona abreißen, weil die Bausubstanz in sehr schlechtem Zustand ist. Die Mieterinitiative, die sich gegründet hat, sagt, den Zustand habe die SAGA selbst verursacht. Die SPD will die Häuser erhalten.

Auf der öffentlichen Anhörung des Bauausschusses der Bezirksversammlung Altona zur Zukunft der Häuser Elbtreppe 5 bis 15 „Heuberg“ stellte die Siedlungs-Aktiengesellschaft Altona (SAGA) Neubauplanungen vor, die eine Zerstörung des historischen Gebäudeensembles der Elbtreppenhäuser zur Folge hätte. In Anwesenheit der Stadtentwicklungssenatorin und SAGA-Aufsichtsratsvorsitzenden Anja Hajduk (GAL) argumentierte SAGA-Vorstand Willi Hoppenstedt, dass vor dem Hintergrund der schlechten Bausubstanz nur ein Neubau wirtschaftlich darstellbar sei.

Die Neubaupläne wurden von den Bürgern im vollbesetzten Kollegiensaal des Altonaer Rathauses mit einem Wort gewürdigt, vielmehr machte die Öffentlichkeit ihrem Unmut über den geplanten Abriss der Elbtreppenhäuser Luft. Im Laufe der öffentlichen Anhörung wurde die SAGA mit dem von der Mieter Initiative geäußerten Vorwurf konfrontiert, die SAGA habe den schlechten Erhaltungszustand der Elbtreppenhäuser selbst mutwillig herbeigeführt, indem freigewordene Wohnungen nicht mehr vermietet und
unbewohnbar gemacht wurden – dies wurde von den anwesenden SAGA-Verantwortlichen nicht
dementiert.

„Die Elbtreppenhäuser sind seit dem Jahre 2000 als besonders geschützter Erhaltungsbereich im gültigen Bebauungsplan ausgewiesen. Das weiß auch die SAGA. Anstatt die Bausubstanz zu erhalten, hat die SAGA selbst dafür gesorgt, dass die Häuser baufällig wurden. Wenn jetzt vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit für einen Abriss und Neubau argumentiert wird, ist das ein Skandal“, erklärt dazu Mark Classen, baupolitischer Sprecher der SPD-Bezirksfraktion. Nach Angaben der SAGA würde eine vollständige Sanierung der Elbtreppenhäuser rund 2,18 Millionen Euro kosten; die Kosten für den aufgrund seiner Hanglage aufwendigen Neubau wurden hingegen nicht beziffert. Angesichts von nur elf zusätzlichen Wohnungen, die an der Elbtreppe entstünden, kam eine von der Senatorin Hajduk angestrebte wohnungsbaupolitische Diskussion nicht zustande.

„Die Frage der Elbtreppenhäuser ist eine Frage der kulturellen Identität Altonas und
keine Frage der Wohnungsbaupolitik. Das historisch einmalige Ensemble der
Elbtreppenhäuser muss vollständig erhalten bleiben. Die SPD-Fraktion wird den Abriss- und
Neubauplänen nicht zustimmen und stattdessen beantragen, dem Bürgerbegehren zur Rettung
der Elbtreppenhäuser beizutreten. Ich glaube Frau Senatorin Hajduk hat bei der
öffentlichen Anhörung erstmals einen sehr guten Eindruck von der historischen Bedeutung
der Elbtreppenhäuser und dem Missmanagement der SAGA bekommen. Sie muss jetzt das Geld in
die Hand nehmen, um das Ensemble vollständig zu sanieren“, so Classen weiter.

Nachdem die Prüfung der mehr als 10.000 abgegeben Unterschriften für das Bürgerbegehren
durch das Bezirksamt abgeschlossen ist, wird sich die Bezirksversammlung Altona
voraussichtlich auf ihrer November-Sitzung mit dem Bürgerbegehren beschäftigen. Falls die
Bezirksversammlung dem Bürgerbegehren nicht beitritt, kommt es zu Beginn des nächsten
Jahres automatisch zu einem Bürgerentscheid.

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