SPD und GAL streiten ums „Docks“

„Von Welck bringt Kiez-Clubs ins Schlingern“, tönt wortgewaltig die SPD, deren örtlicher Abgeordneter Andy Grote meint, nicht nur der Docks-Vertrag müsse verlängert, sondern auch gleich alle Pläne für ein Revuetheater eingestellt werden. „Die SPD schürt Ängste“, sagt hingegen GAL-Musikexperte Farid Müller. Man könne auch beides haben – Docks und Revuetheater.

Hier zunächst die SPD, die den Streit eröffnete:

Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Andy Grote hat den Schlingerkurs der Kulturbehörde in der Diskussion um die Zukunft der Hamburger Musik-Clubs kritisiert. „Am Dienstag begrüßt Kultursenatorin von Welck Pläne für ein Revuetheater, die für das Docks am Spielbudenplatz das Ende bedeuten würden. Am Mittwoch will sie, dass alles so bleibt, wie es ist – was gilt jetzt eigentlich? Eines ist jedenfalls klar: Der Senat bringt die Kiez-Clubs mit seiner unklaren Haltung ins Schlingern“, sagte Grote am Mittwoch.

Der Senat müsse jetzt die Machbarkeitsstudie offen legen und mitteilen, ob überhaupt Varianten geprüft wurden, die ein Fortbestehen des Docks ermöglichen. Wenn die Kultursenatorin es aber mit ihrer Aussage ernst meint, der Senat wolle das Docks erhalten, müsse sie dafür sorgen, dass die Planungen zum Show-Palast in der bisherigen Form eingestellt werden. Grote forderte die Senatorin auf, dafür zu sorgen, dass der Mietvertrag des Docks verlängert wird.

An der Zukunft des Clubs am Spielbudenplatz werde sich entscheiden, ob dem Senat die Förderung der Livemusik-Kultur wichtig ist. „Es kann nicht sein, dass der Bürgermeister bei der Eröffnung des Beatles-Platzes Lippenbekenntnisse zur Clubkultur abgibt während gleichzeitig die städtische Sprinkenhof AG die Abwicklung von zwei der wichtigsten Clubs durchplant“, sagte Grote. Dem Senat fehle auch in dieser Frage eine klare Linie. „Wenn er nicht einmal bereit ist, in städtischen Immobilien eine Club-Institution wie das Docks zu erhalten, sollte er sich öffentliche Überlegungen über die Förderung der Clubkultur sparen“, sagte Grote.

Der Erhalt des Docks müsse den Plänen für ein Revuetheater an der Reeperbahn nicht im Wege stehen. „Ein guter Standort wäre auch im Bereich der Tanzenden Türmen auf dem Grundstück der jetzigen Astra-Bowling-Bahn denkbar. Dort wird dringend nach einer Nutzung gesucht, die zum Stadtteil St. Pauli passt“, sagte Grote.

Und das sagt die GAL:

Äußerungen aus der SPD-Bürgerschaftsfraktion zu einer angeblichen Schließung des Docks in Hamburg schüren unnötig Ängste. „So etwas schadet nur dem Musikstandort Hamburg“, sagte Farid Müller, Musikexperte der GAL-Bürgerschaftsfraktion. GAL-Fraktion und Senat setzen sich klar für den Erhalt des Docks ein. Dass sich beide daneben Gedanken machen, wie die Kultur- und Musikmeile Reeperbahn weiterentwickelt werden kann, sei dazu kein Widerspruch. Das Neue dürfe nicht zulasten des Alten gehen. „Auf dem Grundstück lassen sich sowohl ein Theater als auch ein Musikklub realisieren.“

„Die SPD-Fraktion spielt mit den Ängsten um den Musikstandort. Seit Wochen laufen Gespräche zum Erhalt des Docks am angestammten Platz. Ich bin optimistisch, dass ein gutes Ergebnis erzielt wird. Wer in einer solchen Phase Gerüchte über eine Abwicklung streut, der nimmt das Scheitern einer Lösung billigend in Kauf“, sagt Müller. „Der Vorgang zeigt, dass die SPD noch immer nach ihrer Oppositionsrolle sucht. Gute Opposition ist kritisch – aber nicht destruktiv.“

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