Rotgrün hilft Wilhelmsburger Bäumen

Weniger Baumfällungen insgesamt, und die Ausgleichspflanzungen kommen ein Jahr früher: Das konnte die Rotgrüne Bezirkskoalition in Hamburg-Mitte für Wilhelmsburg erreichen. Wie berichtet, sollen für die Garten- und die Bauausstellung die Hälfte der Wilhelmsburger Bäume gefällt werden.

Seit Monaten fordert die Rot-Grüne Koalition in Mitte von der Internationalen Gartenschau in Hamburg (igs) die Vorlage ein Ausgleichskonzept für die Baumfällungen in Wilhelmsburg.

Der Rot-Grünen Bezirkskoalition reicht es nicht, nur eine Anzahl der zu pflanzenden Bäume zu erhalten. Stattdessen wird ein Gesamtkonzept gefordert, indem eine Gegenüberstellung des Verlustes von Biotopen und anderen Naturpotentialen zu den geplanten Aufwertungen im Wilhelmsburger Osten stattfindet.

Nun hat der beständige Druck der Rot-Grünen Koalition in Mitte gewirkt. Die igs hat eine Verpflichtungserklärung abgegeben. Darin legt sie sich jetzt fest, bis zum 14. Mai Baumfällungen, Aufwertungs- und wasserbauliche Maßnahmen sowie Maßnahmen, die Biotope betreffen, transparent zu machen. Außerdem sollen alle Fällungen noch einmal auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden. Dadurch wird die Zahl der zu fällenden Bäume reduziert.

Die igs hat in den Verhandlungen berichtet, dass mehr Baumfällungen beantragt worden sind, als tatsächlich gefällt werden sollen. „Uns ging es darum, so viele Bäume wie möglich zu verschonen. Die igs hat zugesagt, dass möglichst wenig Bäume gefällt werden. Da nehmen wir sie beim Wort!“, berichtet der SPD-Fraktionsvorsitzende Hansjörg Schmidt aus den Verhandlungen.

Weiterhin soll ein Pflanzschema für die Ersatzfläche dargestellt werden, die geforderte Gegenüberstellung von Fällungen und geplanten Aufwertungen von Flächen wird geliefert und konkrete Angaben zu Aufwertungsflächen werden gemacht. Vor allem aber wird bereits in diesem Jahr und nicht – wie zunächst geplant – erst in 2011 mit den Ausgleichspflanzungen begonnen.

„Diese einseitige Erklärung legt die Eckpunkte des Ausgleichs und der weiteren Vorgehensweise fest. Das von uns schon so lange geforderte Ausgleichskonzept wird so verfeinert und kann eine Qualität erreichen, die für eine Gartenschau neue Standards setzt“, meint der GAL Fraktionsvorsitzende Dr. Michael Osterburg.

SPD und GAL haben der IGS abgerungen, dass die ersten Ausgleichspflanzungen bereits 2010 stattfinden. Ein Jahr früher, als ursprünglich geplant. SPD Fraktionsvorsitzender Hansjörg Schmidt dazu: „Wir haben von der igs verlangt, den Zeitplan für die Ausgleichspflanzungen vorzuziehen. Nun hat sich die igs verpflichtet, bereits in diesem Jahr mit ersten Pflanzungen zu beginnen.“

Kritik äußern die Koalitionäre an der Kommunikation der IGS: „Wir haben immer mehr Transparenz und einen strafferen Zeitplan bei den Ersatzpflanzungen. Hätte die IGS schon früher auf uns gehört, dann hätte es bedeutend weniger Aufruhr gegeben.“ Mit der Verpflichtungserklärung schwenkt die IGS nun auf die Linie von SPD und GAL ein.

2 Gedanken zu „Rotgrün hilft Wilhelmsburger Bäumen“

  1. Hallo,

    ich finde nicht, dass die oben genannten Maßnahmen eine „Hilfe“ darstellen.

    Ich bin skeptisch, wenn es heißt „dass möglichst wenig Bäume gefällt werden“. Was bedeutet das? „Nur“ 2000 statt über 2200?

    Und Ausgleichspflanzungen … sicherlich werden auf dem Gelände andere Pflanzen gesetzt, die können aber keinen alten Baumbestand ersetzen!

    Eine IGS, die künstliche Parkanlagen bietet und dafür natürlich entwickelte Biotope und Pflanzen vernichtet, ist doch ein Witz.

    Selbst wenn die ursprünglichen Baumarten nachgepflanzt werden (wo eigentlich) dauert es Jahrzehnte, bis die Bäume wieder den erhabenen Eindruck machen wie jetzt. Außerdem bedeutet eine Neupflanzung i.d.R. einen Forst, also einen „künstlich“ geschaffenen, gepflegten Wald.

    Die „Hilfe“, wie sie die Überschrift vermittelt, ist also nur eine Scheinhilfe.

    Baumbartin

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