Harburg: SPD kritisiert SEPL-Beschluss

Nachdem die Schuldeputation in der vergangenen Woche beschlossen hat, wie Hamburgs Schullandschaft künftig aussehen wird, gibt es in einigen Regionen Ärger und Verwunderung. Ändern wird dieser Ärger zunächst einmal nichts – die Beschlüsse zu den Standortfragen sind verbindlich. In Harburg, wo die SPD bisher der Schulreform eher aufgeschlossen begegnet, wird ein Teil des Schulentwicklungsplans (SEPL) strikt abgelehnt.

Hier die Stellungnahme des Harburger SPD-Vorstands:

Der Harburger SPD-Kreisvorstand hat sich mit den Änderungen der Schuldeputation bei der regionalen Schulentwicklung in Harburg beschäftigt. Die Schuldeputation hatte unter anderem beschlossen, dass an der geplanten Stadtteilschule Ehestorfer Weg (Eissendorf) keine eigene Oberstufe eingerichtet werden soll. Stattdessen sollen die Schüler dieser Stadtteilschule, die das Abitur machen wollen, auf eine gemeinsame Oberstufe mit der Stadtteilschule am Hanhoopsfeld (Wilstorf/Rönneburg) gehen, die dort eingerichtet wird.

Dieser Beschluss der Schuldeputation löst beim Kreisvorstand der Harburger SPD Erstaunen aus und wird einhellig abgelehnt. Der SPD-Kreisvorsitzende Frank Richter sagt: “Seitdem die Vorschläge der regionalen Schulkonferenzen auf dem Tisch lagen, haben wir aus gutem Grund gefordert, dass an jeder Stadtteilschule eine Oberstufe eingerichtet wird. Eine Stadtteilschule ohne Oberstufe wird von vornherein zum Scheitern verurteilt sein.“

Der Vorsitzende der Harburger SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen, Matthias Czech, ergänzt: “Welche Eltern werden ihre Kinder auf eine Stadtteilschule schicken, an der es keine Möglichkeit gibt, das Abitur zu machen? Vor allem, da mit dem Heisenberg-Gymnasium und der Gesamtschule Harburg in unmittelbarer Nähe zwei Schulen vorhanden sind, die eine Oberstufe anbieten.“

Der Kreisvorstand der Harburger SPD befürchtet, dass die Stadtteilschule Ehestorfer Weg damit einen erheblichen Nachteil beim Werben um Schüler haben wird und Gefahr läuft, zu einer Schule zu werden, die gerade von leistungsstärkeren Schülern gemieden wird. Zu einer optimalen Förderung aller Schüler ist es jedoch unerlässlich, dass sich in der Schülerschaft auch diese leistungsstärkeren Schüler befinden, deren Ziel das Abitur ist.

Richter: “Dazu ist auch noch die verkehrliche Situation aberwitzig. Um die Oberstufe am Hanhoopsfeld zu erreichen, müssen die Schüler aus Eißendorf erhebliche Wege mit dem Bus bis nach Rönneburg in Kauf nehmen – im Übrigen direkt an der Gesamtschule Harburg mit ihrer Oberstufe vorbei. Das ist absurd und zeigt nur die Unkenntnis der Harburger Gegebenheiten in der Schuldeputation.“

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