Falsches Signal: Nahverkehr wird teurer

Grüne Politik sieht anders aus: Tickets für Busse und Bahnen in Hamburg sollen um 3,3 % teurer werden. Richtig ist, dass die Energiekosten auch für die Unternehmen im Verkehrsverbund gestiegen sind – aber teurere Fahrkarten sind nun wirklich kein Anreiz für Wechsel zu Bus und Bahn.

Die SPD-Verkehrspolitikerin Karin Timmermann hat die vom Senat offensichtlich geplanten Preiserhöhungen für den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) als „irritierend“ kritisiert. „Mit immer neuen Preiserhöhungen ist das vernünftige Ziel nicht zu erreichen, mehr Menschen zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen“, sagte Timmermann.

Man müsse Verständnis für die Belastungen der Unternehmen durch die gestiegenen Energiepreise haben, sagte die Abgeordnete. Die Argumentation, die Preiserhöhung allein darauf zurückzuführen, sei aber „nicht überzeugend.“ Denn es sei kaum vorstellbar, dass im Falle sinkender Energiekosten die Fahrpreise wieder gesenkt werden. Sie habe den Eindruck, Umweltsenatorin Hajduk wolle „ohne die notwendige öffentliche Diskussion Fakten schaffen“, sagte Timmermann.

Ohne diese Diskussion blieben Fragen zu der offensichtlich geplanten Tariferhöhung – zum Beispiel mit Blick auf die mögliche Wiedereinführung des Sozialtickets oder den angeküdigten Bau eines Stadtbahn-Netzes. Die Pläne für eine neue Preiserhöhung bewiesen in erster Linie, dass der HVV nicht Geld im Übermaß hat. „Das ist kein Vorwurf. Wenn aber in Zukunft die Hochbahn auch noch für die marode Hafenbahn verantwortlich ist, dann ist zu befürchten, dass auf die Hochbahn-Nutzer schon bald neue Preiserhöhungen zukommen“, sagte Timmermann.

Die SPD-Verkehrsexpertin mahnte gleichzeitig, den Kunden müssten im Falle einer Tariferhöhung spürbare Verbesserungen im Angebot des HVV angeboten werden. CDU und GAL dürften auch nicht ausblenden, dass die Preisanhebung in jedem Fall für viele Menschen eine finanzielle Mehrbelastung darstellt.

Zu dem Vorschlag einer durchschnittlichen Tarifsteigerung von 3,3 Prozent ab Januar 2009 für den Hamburger Verkehrsverbund, sagt Martina Gregersen, Verkehrsexpertin der GAL-Bürgerschaftsfraktion: „Wir haben uns bemüht, dass trotz der steigenden Energie- und Personalkosten die Fahrpreiserhöhung so gering wie möglich ausfällt. Insofern waren wir damit erfolgreich. Besonderes Augenmerk legen wir auf die soziale Ausgewogenheit des jetzt vorgelegten Tarifvorschlags.“ Die GAL-Fraktion setzt zudem darauf, dass für Menschen, die die Fahrpreise ohnehin nicht zahlen können, im Frühjahr ein flexibles Sozialticket wieder eingeführt wird. Dies wurde im Koalitionsvertrag vereinbart.

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