„Dumme Vorschläge vom Wirtschaftsforscher“

„Dumme Vorschläge werden auch dadurch nicht besser, dass sie von einem Wirtschaftswissenschaftler erzählt werden“, so der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn zu den „Empfehlungen“ des Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, die Wochenarbeitszeit auf 45 oder mehr Stunden auszuweiten.

„Wer angesichts von Millionen Arbeitslosen fordert, zu Arbeitszeiten aus den Nachkriegsjahren zurück zu kehren, kommt entweder 60 Jahre zu spät oder er versucht, die Lunte an den sozialen Frieden in diesem Land zu legen“, so Polkaehn. „Aber wir brauchen keine sozialen Brandstifter“.

Die Begründung Blums für längere Wochenarbeitszeiten reicht von „Fachkräftemangel“ bis zur „Rente mit 67“. Weil nur wenige Arbeitnehmer bis ins hohe Alter schwere körperliche Arbeit leisten können, müssten Schwerarbeiter auch noch mit 50 oder 55 Jahren umgeschult werden. Ein Dachdecker, könne danach als Bürokraft arbeiten. Weil er dann und während der Umschulungsphase wenig verdiene, müsse er eben zuvor mehr arbeiten, um ein ausreichendes finanzielles Polster zu schaffen.

„Wenn Herr Blum zu dem Schluss kommt, dass die Arbeitnehmer zuwenig verdienen, um später einmal beruflich kürzer zu treten, dann sollte er mit den Gewerkschaften höhere Löhne fordern. Eine Verlängerung der Arbeitszeit ist absurd“, so Polkaehn. Die physische und psychische Belastung der Arbeitnehmer sei nur noch auf Kosten der Gesundheit zu steigern. Wer diese Realität ausblende, verhöhne die Leistung der Beschäftigten.

Polkaehn: „Herr Blum möge zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei den Arbeitnehmern in Deutschland nur in extremen Ausnahmefällen um olympiareife Hochleistungsathleten handelt. Sollte er sich ernsthaft Sorgen um einen Fachkräftemangel machen, dann empfehlen wir ihm sich um mehr Ausbildungsplätze, bessere Bildungschancen und ein integrierendes Zuwanderungskonzept bemühen statt hanebüchenen Unsinn zu verbreiten“.

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