2012 soll das Jahr der Lohnerhöhungen werden

Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund moniert Einkommensverluste der Arbeitnehmer und kündigt für 2012 „harte Tarifverhandlungen“ an. Das Ziel seien „spürbare reale Einkommenssteigerungen“ für die Beschäftigten.

„Nach 2001 haben wir in 2008 und 2011 die dritte handfeste Wirtschaftskrise innerhalb von zehn Jahren erlebt. Das hat zu sinkenden Realeinkommen geführt, in manchen Jahren sogar zu Einkommensverlusten. Parallel sind die Einkommen aus Unternehmertätigkeiten und Vermögen gewaltig gestiegen. Das Gleichgewicht gerät immer mehr aus den Fugen. Damit muss jetzt Schluss sein. Bei den Kolleginnen und Kollegen ist die Unzufriedenheit zuletzt deutlich gestiegen. Genauso klar bemerkbar wächst auch ihre Kampfbereitschaft“, so Grund

Hamburgs Gewerkschaften setzen Prioritäten für 2012: Vom Senat erwartet Uwe Grund, dass er auch im kommenden Jahr ein Hauptaugenmerk auf das Thema Bildung legt und in diesem Bereich weiter investiert. So sei es richtig gewesen, die Kinderbetreuung zu erleichtern, Schul- und Studiengebühren zu streichen und den Weg für kleinere Klassen zu ebnen. Jetzt erwarte der DGB Hamburg, dass der Senat besondere Anstrengungen beim Übergang von Schule in den Beruf unternimmt. „Noch ist es nicht so, dass sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt entspannt hat. Wir schieben weiter eine Bugwelle von unversorgten Altbewerbern vor uns her und die Höchstzahlen der von der Wirtschaft zur Verfügung gestellten Ausbildungsplätze aus vergangenen Jahren sind noch lange nicht erreicht“, so Uwe Grund. Er kündigte an, dass der DGB Hamburg im Frühjahr einen Ausbildungsreport vorlegen wird, der Stärken und Schwächen der betrieblichen Ausbildung in Hamburg auf den Prüfstand stellen wird.

Als ein weiteres bestimmendes Thema für das kommende Jahr sieht Grund das Thema Energiewende: „Das Hauptanliegen der Gewerkschaften ist dabei die Sicherung der Energieversorgung sowohl für die Bevölkerung als auch die Wirtschaft – und das zu bezahlbaren Preisen.“ Der DGB wolle sich an der Umsetzung der Energiewende beteiligen. Hamburg sei auf diesem Sektor ein starker Standort, da die Stadt über viele „gut qualifizierte Beschäftigte und herausragende Unternehmen“ verfüge. „Selbstverständlich werden wir uns beim Umbau der Energiewirtschaft ganz speziell um die Sicherung der Arbeitsplätze und die Qualität der Arbeitsbedingungen sorgen“, so Uwe Grund weiter.

Mit Sorge blickt der DGB-Vorsitzende auf den Rechtsterrorismus in Deutschland und fordert auch für das kommende Jahr einen „Aufstand der Anständigen.“ Hier sei große Wachsamkeit der ganzen Bevölkerung, speziell aber der staatlichen Institutionen gefragt. Vor dem Hintergrund zum Beispiel einer geplanten Großveranstaltung unter dem Titel „Tag der deutschen Zukunft“ im Juni in Hamburg wünscht sich Uwe Grund „ein breites Bündnis von Bürgerinnen und Bürgern, das ganz deutlich macht: Nazis sind unerwünscht – hier in Hamburg und überall.“

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