Radwegedatenbank erst in zehn Jahren?

Die SPD kritisiert den schleppenden Aufbau der Radwegedatenbank: Bislang sind erst 84 von 1.700 Kilometer Radwege vollständig erfasst, erfuhren die beiden SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter und Martina Koeppen vom Senat.

„Wenn die Stadt in diesem Tempo weitermacht, wird die Datenbank frühestens in zehn Jahren fertiggestellt sein“, stellt Buschhüter kritisch fest, und ergänzt: „Auch wenn für eine vollständige Erfassung eine zeit- und kostenintensive Befahrung notwendig ist, wird die Datenbank ihren Zweck nicht erfüllen, solange die erforderlichen Daten größtenteils fehlen.

Koeppen kritisiert den Senat noch in einem weiteren Punkt: „Es ist befremdlich, dass die Bezirke keinen Zugriff auf die Radwegedatenbank erhalten. Sie sind zum großen Teil für die Instandsetzung dieser Radwege zuständig. Daher wäre ein Zugriff notwendig – ansonsten entsteht doppelte Arbeit.“

Der Senat hält einen Zugriff der Bezirksämter auf die Datenbank dagegen nicht für sinnvoll, da sie bisher nur Angaben über Radwege an Hauptverkehrsstraßen sowie Velorouten enthält. Eine zeitliche Perspektive für die vollständige Datenerfassung wurde laut Senat bislang nicht festgelegt.

Zur Förderung des Radverkehrs hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt im Rahmen der Radverkehrsstrategie im letzten Jahr begonnen, eine Radwegedatenbank zu erstellen. Neben Lage und Länge der Strecken, bautechnischer Daten, straßenverkehrsrechtlicher Daten und dem Realisierungsstand soll die Datenbank auch zusätzliche Angaben für Velorouten beinhalten.

Bislang erfolgte eine Erfassung bautechnischer Daten für Radwege nur an etwa 42 km Hauptverkehrsstraßen (beidseitig), also insgesamt 84 km. Insgesamt gibt es in Hamburg 550 km Hauptverkehrsstraßen mit Radwegen (beidseitig) sowie 280 km Velorouten.

Laut Jahresbericht des Rechnungshofes 2010 verfügt Hamburg insgesamt über ein 1.700 km langes Radwegenetz. Dieser hatte gefordert, den Aufbau der Radwegedatenbank vorrangig zu betreiben und ein Bewirtschaftungsmanagement aufzubauen. Nur so könne die Förderung des Radverkehrs prioritär gesteuert, zielgerichtet geplant und umgesetzt werden. „Davon ist die Stadt offenbar noch weit entfernt“, so Koeppen und Buschhüter.

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