Protest gegen Militärmusik-Veranstaltung

Proteste gegen Bundeswehr-Vereidigungen sind nicht neu. Heute ging es in Stellingen gegen „militaristische Musik“, eine Veranstaltung in der Color Line Arena, die sich „Internationale Musikparade 2010 – Militär und Blasmusik“ nannte.

Hier eine Presseerklärung der Linksjugend solid

Spiel mir nicht das Lied vom Tod!
Kundgebung gegen die „Internationale Musikparade 2010 – Militär und Blasmusik“

Heute hat ein Bündnis verschiedener antimilitaristischer Gruppen mit ca. 80 UnterstützerInnen ab 13 Uhr am Hamburger S-Bahnhof Stellingen gegen die „Internationale Musikparade 2010 – Militär- und Blasmusik“ protestiert, die am selben Tag ab 15 Uhr in der Color Line Arena stattfand. Auf dieser Kundgebung haben die KriegsgegnerInnen mit Flyern, mehreren Infotischen und Transparenten sowie mit Redebeiträgen darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei der Parade keinesfalls um eine ganz normale Musikveranstaltung handelt, sondern dass kriegführende Armeen ein kulturelles Event dazu nutzen, Militärs gesellschaftliche Akzeptanz zu verschaffen.

Mehr als 400 SoldatInnen aus sieben Ländern haben am Sonnabend in Hamburg ihre Marschmusik präsentiert. Für kriegführende Armeen sind Veranstaltungen solcher Art und das Auftreten in der Öffentlichkeit ein wichtiges Instrument. Neben den unterschiedlichsten Werbemaßnahmen, z.B. Sportveranstaltungen, Adventure-Games, Rekrutierungsveranstaltung in Schulen und auf Messen, ist auch diese Musikparade Teil von Imagekampagnen. Die Bundeswehr und andere Armeen dieser Welt wollen sich damit in der Öffentlichkeit zeigen und etablieren und Sympathien in der Bevölkerung für die Kriegspolitik der westlichen Staaten gewinnen. Militaristische Positionen dringen auf diese Weise zunehmend in alle Poren der Gesellschaft.

Das Militär und seine politische Führung benötigen diesen gesellschaftlichen Rückhalt, damit sich kein Protest oder Widerstand gegen die mörderische Außenpolitik und die Kriegseinsätze der Bundeswehr, der NATO und der EU regt, durch die die Leben von Millionen Menschen und die Natur systematisch zerstört werden.

„Durch Veranstaltungen wie das Militärmusikkonzert soll für eine breite Akzeptanz der mörderischen Handlungen kriegführender Armeen in der Bevölkerung gesorgt werden“, sagt Christin Bernhold, Sprecherin der Linksjugend [’solid] und des Bündnisses gegen die Militärmusikparade. „Dieses Musikfest verschleiert die Realität von Kriegen, in denen rücksichtslos für die Interessen von Konzernen und westlichen Staaten Menschen ermordet und Lebensgrundlagen vernichtet werden. In der Color Line Arena wird man nur SoldatInnen sehen, die vergnügt musizieren. Doch SoldatInnen werden ausgebildet, um in den Krieg zu ziehen und auf Kommando zu töten. Wir stellen uns entschieden gegen die blutigen Kriege für Profite und gegen die Verherrlichung der Bundeswehr durch Musikveranstaltungen!“

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