Müller fordert Kahrs heraus

Rotgrün mag in Mitte erfolgreich sein – bei der Bundestagswahl ist das Bündnis offensichtlich außer Kraft gesetzt. Farid Müller, Bürgerschaftsabgeordneter des Wahlkreises Hamburg-Mitte, ist der neue Kandidat der GAL im Bundestagswahlkreis Hamburg-Mitte und fordert direkt den amtierenden Abgeordneten Johannes Kahrs heraus.

Müller folgt Krista Sager, die 2002 und 2005 im Wahlkreis Mitte angetreten war. Sager und der Kreisvorstand der GAL Hamburg-Mitte hatten Müllers Kandidatur vorgeschlagen, er wurde von einer Wahlkreismitgliederversammlung der GAL mit 91 Prozent gewählt .

Müller ist Herausforderer des SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs, der den Wahlkreis seit 1998 innehat. Farid Müller dazu: „SPD und GAL haben viele gemeinsame Ziele, aber wir unterscheiden uns deutlich im Politikstil. Die GAL steht für Offenheit, Transparenz und Bürgernähe. Hamburg-Mitte verdient einen Bundestagsabgeordneten, der sich weniger um Parteiauseinandersetzungen und mehr um die Menschen im Wahlkreis kümmert.“

Sören Janssen, Vorsitzender der GAL-Mitte: „Es freut mich, dass wir mit Farid Müller einen unserer bekanntesten und besten GALier in die Auseinandersetzung um den Wahlkreis schicken können. Als Wahlkreis-Bürgerschaftsabgeordneter ist Farid Müller anerkannt und beliebt. Der Wahlkreis Hamburg-Mitte darf kein Erbhof der SPD sein.“

1 Gedanke zu „Müller fordert Kahrs heraus“

  1. Die GAL macht das sowohl mit Müller, als auch mit Sager schon ganz richtig. Zu Kahrs habe ich gerade folgendes gefunden:

    Ist zwar aus der ziemlich rechtskonservativen Jungen Freiheit, aber ganz lustig:

    „Hakenkreuz am Stahlhelm“

    Bundestagswahl: Der Streit der Hamburger SPD um die gescheiterte Kandidatur des SPD-Abgeordneten Niels Annen nimmt zunehmend bizarre Züge an

    Torsten Uhrhammer

    Im Wettbewerb um die Unterbietung des Niveaus in innerparteilichen Streitigkeiten gehen Hamburgs Sozialdemokraten immer erfolgreichere Wege.

    In einem namentlich nicht gekennzeichneten Artikel in einer hamburgischen SPD-Parteizeitung wird der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs, direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Hamburg-Mitte, in einen Traditionsstrang mit der Brigade Erhardt und dem deutschnationalen Kapp-Putsch gegen die Weimarer Republik 1920 gesetzt. Es ist dies einer der vorläufigen Höhepunkte, die aus der parteiinternen Niederlage des SPD-Linksauslegers Niels Annen resultiert. Annen hatte die Wiederaufstellung als Wahlkreiskandidat in Hamburg-Eimsbüttel knapp – mit einer Stimme – verpaßt. Seitdem steht die Hamburger SPD wieder einmal kopf. Und auch Annens nun endlich erklärte Anerkennung seiner Niederlage läßt die Partei nicht zur Ruhe kommen.

    Der linke Parteiflügel griff zunächst das Wahlverfahren an (JF 51/08). Doch seitdem klar ist, daß Annens siegreicher Gegenkandidat, der Hamburger Juso-Chef Danial Ilkhanipour, rechtlich einwandfrei gewählt wurde, wird die persönliche Auseinandersetzung gesucht. Für derartige Kampagnen legt der gewiefte Parteipolitiker Dossiers an, und so wußte bald auch der Spiegel, daß Ilkhanipour nur Mitglied eines Segelvereins wurde, weil unter anderem Guy Seidel für ihn gebürgt hatte. Seidel war zum damaligen Zeitpunkt RCDS-Landeschef und kannte Ilkhanipour aus der Hochschulpolitik, Jahre später ging er zur konservativen Partei Heimat Hamburg des ehemaligen CDU-Justizsenators Roger Kusch und folgte diesem – nach dem Scheitern der Partei bei der Bürgerschaftswahl Anfang vergangenen Jahres – auch in seinen neuen Verein für Sterbehilfe. Seidels spätere Vita sollte also Ilkhanipour angehängt werden und ihn „rechts“ einfärben. Daß derartige Lächerlichkeiten die SPD zwar wieder ein paar Stimmen am linken Rand kostet, aber Ilkhanipour nicht zum Rücktritt veranlassen können, wissen auch die SPD-Heckenschützen und fahren nun andere Geschütze gegen andere Ziele auf.

    Im Kreuzfeuer steht Johannes Kahrs, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für Hamburg-Mitte. Kahrs sei der eigentliche Ziehvater Ilkhanipours und Strippenzieher für die „rechte“ Mehrheit gegen Annen gewesen. Den Parteilinken ist Kahrs verhaßt. Der Reserveoffizier sei von der Rüstungsindustrie bezahlt und verstecke nicht einmal seine Mitgliedschaft in der christlichen Studentenverbindung Wingolf. Sein System der innerparteilichen Truppensammlung entspreche dem der Studentenverbindungen: „Freies Saufen und Jobs gegen Loyalität“.

    Das kennt man eigentlich auch aus jedem „besseren“ Ortsverein der Jungen Union. Doch weil der christliche Wingolf 1920 den deutschnationalen Putschversuch gegen die Weimarer Republik unterstützte und dies auch die Brigade Erhardt tat, welche dabei schon das Hakenkreuz benutzte, ist Kahrs nun ein – ja, was eigentlich? Ein Nazi? Das zumindest suggeriert das SPD-Blatt, indem es einen Anti-Kahrs-Text mit einem Bild der Brigade Erhardt und deren Kampflied illustriert. „Hakenkreuz am Stahlhelm / Schwarz-weiß-rotes Band / Die Brigade Erhard / Werden wir genannt / Die Brigade Erhard / Schlägt alles kurz und klein / Wehe Dir, wehe Dir, Du Arbeiterschwein“: So heißt es in der dritten Strophe, die unter der Überschrift „Das System Kahrs“ abgedruckt wird.

    Der Kampf gegen Rechts ist beim Seeheimer Kreis der SPD angekommen. Presserechtlich verantwortlich für die Zeitung ist übrigens Burchard Bösche: Rechtsanwalt in der Kanzlei des SPD-Bundesarbeitsministers Olaf Scholz.

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    Und den pasenden link zum Artikel gibt es hier: http://www.spd-hamburg.de/cms/fileadmin/Stellingen/pdf/WiS/0812_WiS_4.pdf

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