Kurswechsel für die Seefahrtschule

Fünf Jahre Warten sind genug, sagt die Altonaer SPD, und fordert einen „Kurswechsel für die Seefahrtschule“. Das Gebäude in superschöner Lage an der Rainvilleterrasse nahe dem Altonaer Rathaus steht leer, die Zukunft ist ungewiss.

„Fünf Jahre warten sind genug. Der Senat muss in der Sache Seefahrtsschule ein Zeichen setzen, beispielsweise durch die Einrichtung von Wohnateliers für Künstler, Ausstellungsflächen, einer Kreativwerkstatt oder Studios. Im Rahmen eines Gesamtpaketes wären ergänzend auch eine Bildungseinrichtung und/oder eine Gastronomie denkbar“, fordert Thomas Adrian, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion, ein Umdenken bei der Überplanung des Geländes der Seefahrtschule.

Zum Hintergrund: Vor mehr als fünf Jahren wurde das Gelände der Seefahrtschule an der Rainvilleterrasse durch die Finanzbehörde durch eine internationale Ausschreibung auf dem Immobilienmarkt angeboten. Vo¬rangegangen waren kontroverse Diskussionen über einen möglichen Erhalt des Gebäudes und künf¬tige Nutzungen im Rahmen einer Neubebauung. Des Weiteren spielte der Erhalt des umgebenden Parks für die Öffentlichkeit eine wesentliche Rolle.

Im Zuge des seinerzeitigen Immobilienbooms entschied sich der Senat gegen einen Erhalt des Gebäudes und favorisierte eine repräsentative, große und neue Lösung. Nachdem zunächst die Idee einer Portalklinik scheiterte, gerieten im Zuge des wirtschaftlichen Abwärtstrends in den Folgejahren auch die Bemühungen für den Neubau einer Reedereizentrale immer mehr ins Stocken. „Obwohl die Geschäftspartner wechselten, ein Verkauf beschlossen und sogar ein Bauvorbescheidsverfah¬ren nebst Wettbewerb durchlaufen wurde, ist eine Neubebauung aus unterschiedlichen Gründen nicht in Sicht. Der Stillstand geht in das sechste Jahr“, ist Thomas Adrian verärgert über den Leerlauf in dieser Angelegenheit.

In laufendem Jahr hätten sich nicht nur die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern auch das kulturelle und politische Klima in der Stadt deutlich geändert. „Gefragt ist nicht mehr nur der große, repräsentative Wurf, sondern immer mehr auch der Erhalt des Bestehenden und die Förderung des kulturellen Lebens und der kreativen Potentiale, auch abseits der Elbphilharmonie“, so Thomas Adrian weiter.

Die SPD-Bezirksfraktion fordert deshalb mit einem Gutachten zu prüfen, ob die Möglichkeiten für die Einrichtung eines Kultur- beziehungsweise Kreativstandortes auf dem Gelände der alten Seefahrtschule an der Rainvilleterrasse im Rahmen des bestehenden Gebäudes möglich ist – auch angesichts der historischer Bedeutung –, oder ein Neubau entstehend müsste. „Das Gutachten soll kurzfristig der Bezirksversammlung und den zuständigen Gremien für den Verkauf des Geländes vorgelegt werden, um den Stillstand an der Rainvilleterasse zu beenden und dem Standort eine neue Zukunft zu geben“, setzt sich Thomas Adrian für einen Kurswechsel für die Seefahrtschule ein.

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