Afrika bleibt auch nach dem WM-Abpfiff wichtig

Die Städtepartnerschaftsvereinbarung Hamburgs mit Dar es Salaam ist gestern durch die Bürgermeister Ole von Beust und Adam O. Kimbisa offiziell besiegelt worden. In der Bürgerschaft hat Kimbisa ein Grußwort gehalten. Die beiden Städte haben sich vorgenommen, ihre Zusammenarbeit auf Grundlage der Partnerschaft auch in der Zukunft weiter zu entwickeln. Die Fraktionen begrüßen die neue Partnerschaft.

Dazu sagte Andreas Waldowsky, der Fachsprecher für Internationales der GAL-Bürgerschaftsfraktion: „Im Jahr 2010 richten sich nicht nur die Blicke aller Fußball-Fans auf den afrikanischen Kontinent. Auch jährt sich zum 125. Mal die Berliner Afrika-Konferenz, auf der die europäischen Staaten die Kolonialgrenzen zogen. Zudem ist es 50 Jahre her, dass Afrika begann, die Epoche des Kolonialismus hinter sich zu lassen. Die Städtepartnerschaft mit Dar es Salaam ist eine Gelegenheit für die Hamburgerinnen und Hamburger, ein neues Bewusstsein für Afrika zu entwickeln. Wir können voneinander lernen und die Gemeinsamkeiten stärken. Nun eine gleichberechtigte Städtepartnerschaft einzugehen, ist ein Signal in die Zukunft.“

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat die Vertragsunterzeichnung über die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und dem tansanischen Regierungssitz Dar es Salaam begrüßt. „Wir wollen von Hamburg aus eine starke und belastbare Brücke nach Afrika bauen. Ich bin sicher, dass die Entscheidung für eine Partnerschaft zwischen unserer Stadt und Dar es Salaam eine gute Entscheidung ist“, sagte der für Städtepartnerschaften zuständige SPD-Abgeordnete Günter Frank.

Die Partnerschaft mit der Stadt in Tansania ist die neunte Städtepartnerschaft Hamburgs. Sie solle, so Frank, von vielen Projekten in Wissenschaft, Umweltschutz, Hafen oder Kultur geprägt sein. „Ich freue mich besonders darüber, dass viele nicht-staatliche Organisationen in diese Partnerschaft einbezogen werden sollen.“ Die neue Städtepartnerschaft solle sich auch dem Ziel verpflichtet fühlen, dass Afrika nicht als vergessener Kontinent sondern als Partner gesehen wird, sagte Frank.

Der SPD-Abgeordnete empfahl dem Senat, die Konzeption der bestehenden Hamburger Städtepartnerschaften zu überdenken. Es fehlten teilweise klare Konturen in den Beziehungen zwischen Hamburg und den Partnerstädten. „Jede Städtepartnerschaft braucht aber eine politisch-konzeptionelle Begründung“, sagte Frank. Diese Begründung – das betonte der SPD-Abgeordnete ausdrücklich – sei bei der Partnerschaft mit Dar es Salaam durch politische wie humanitäre Aspekte eindrucksvoll gegeben.

In Hamburg sind bereits zahlreiche Initiativen aktiv, die sich für die Interessen Tan­sanias oder für die Beziehungen Hamburgs zu Dar es Salaam einsetzen. In den Bereichen Nachhaltigkeit, Kultur, Bildung und Wissenschaft wird es zu einem verstärkten Austausch kommen, der die Partnerschaft weiter festigen wird.

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