Zwei-Säulen-Schule: Planlos in die Zukunft

Mit äußerst vagen Vorstellungen zur zukünftigen Schulstruktur hat die Schulsenatorin heute über die Planung der Zwei-Säulen-Schule öffentlich berichtet. Vermutlich muss sie sich nicht mehr Gedanken darüber machen – für die Umsetzung dürfte sie nicht mehr zuständig sein. Entsprechend harrsch fällt die Kritik ihrer wahrscheinlichsten Nachfolgerin aus.

„Das Motto der Schulsenatorin lautet „Nix genaues weiß ich nicht“ – weder die Zahl der Stellen noch die Größe der Klassen, die Größe der Schulen oder die Organisation des Unterrichts in der geplanten Stadtteilschule. Mit solch vagen Planungen eine Jahrhundertreform umzusetzen, ist irreal und verantwortungslos“, sagt die Vorsitzende der GAL-Bürgerschaftsfraktion Christa Goetsch. „Auch die Angaben zur Zukunft der Gymnasien bleiben unklar. Klar wird nur: Sie sollen in Zukunft besonders hart mit ihren Schülerinnen und Schülern umgehen. Auch das ist grundfalsch!“

Innerhalb der nächsten 10 Monate will die CDU-Schulsenatorin eine Jahrhundertreform unter breiter Beteiligung der Schulen, der Jugendhilfeträger, der Sportvereine sowie anderer außerschulischer Partner, der Bezirke, schulischen Kammern und der Bürgerschaft umsetzen. Allerdings scheinen der Senatorin angesichts dieser völlig unrealistischen Planung selbst Zweifel gekommen zu sein. Zwar plane die Behörde weiterhin die Stadtteilschule zum 1. August 2009 einzuführen und für die betroffenen Schulen nur eine Scheinbeteiligung von „März bis in den Sommer“ vorzusehen. Doch auch dies ist nicht gewiss. Erst im Sommer will die Senatorin entscheiden, ob die ganze Sache nicht doch verschoben wird.

Ebenso vage sind die Vorraussetzungen für die neuen Schulen. Für die „regionalen“ Beratungen will die Behörde den Schulen zwar „Zahlen, Daten und Fakten zu den Schulstandorten“ zur Verfügung stellen. Wie viele Lehrer, Sozial- und Sonderpädagogen sowie ErzieherInnen zur Verfügung gestellt werden sollen, wie groß die Klassen und die Schulen sein sollten – dazu blieb die Senatorin eine Antwort schuldig. Auch auf die Frage, welche Konzepte und welche Stundentafel umgesetzt werden dürfen. Und schließlich ist offensichtlich auch nicht geplant, das so genannte Gesetz zur Errichtung von Stadtteilschulen als Grundlage in den Beratungsprozess einzubringen. Die Senatorin kümmert das scheinbar wenig. Sie verfährt hier nach dem Motto: Die Schulen wissen schon lange, was ansteht, sind längst aufgebrochen und diskutieren und entwickeln ihre Zukunft.

Um das Gymnasium geht es dabei gar nicht mehr. Das soll sich zwar verändern – aber warum und wie und in welchem Zeitraum, darüber gibt es keine Auskunft. Deutlich wird lediglich die Rollenzuweisung an die Gymnasien: Sie sollen die „harte Nummer“ spielen: Dort soll es weiterhin große Klassen geben, durchschnittlich 34 Stunden Unterricht und keinerlei Förderung für die SchülerInnnen – wer die „Fähigkeit zu verantwortlichem und selbständigem Lernen“ nicht mitbringt, hat für die CDU dort nichts zu suchen.

Goetsch weiter: „Ich könnte mir die Umsetzung unseres Konzepts „9 macht klug“ ohne sorgfältige Vorbereitung und ohne eine breite Beteiligung nicht vorstellen! Die Reformschritte der GAL brauchen mindesten 2 Jahre Vorlaufzeit für regionale Schulentwicklungskonferenzen, den Diskussionsprozess an den Schulen und die Fortbildung der LehrerInnen.“

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