In Hamburg war eine Erwerbsperson im vergangenen Jahr durchschnittlich 13,2 Tage krankgeschrieben. Besonders anfällig sind Leiharbeiter.
„Zeitarbeit macht krank“, meldet die Techniker Krankenkasse (TK) in ihrem Gesundheitsreport 2011. Aufgrund stärkerer körperlicher und psychischer Belastung sind Leiharbeiter demnach generell häufiger arbeitsunfähig als konventionell Beschäftigte.
Arbeitsplatzunsicherheit, mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten, wechselnde Einsatzorte und -bereiche sowie die Entlohnung schlagen Beschäftigten in Leiharbeit auf die Nerven und auf die Knochen.
Nach Angaben der TK sind Leiharbeiter generell häufiger arbeitsunfähig als Beschäftigte in anderen Branchen. So sei 2010 jeder Leiharbeiter in Deutschland durchschnittlich 15 Tage krankgeschrieben gewesen. Bei „konventionellen Arbeitnehmern“ seien es hingegen gut 3,5 Tage weniger gewesen. Die Ursache für den erhöhten Krankenstand sehen die Autoren der TK hauptsächlich in den oftmals körperlich belastenden Tätigkeiten für die Leiharbeiter eingesetzt werden. Etwa ein Drittel der Differenz sei allerdings auf die Beschäftigungsform Leiharbeit an sich zurückzuführen.
Angesichts finanzieller Unsicherheit und fehlender Zukunftsperspektiven – nur sieben Prozent der vorher arbeitslosen Leiharbeiter werden in eine Festanstellung übernommen – litten viele Leiharbeiter unter Existenzängsten. Und so gehörten 2010 laut TK psychische Störungen zu den Hauptursachen für Fehlzeiten.
„Leiharbeit zerfrisst nicht nur eine faire Ordnung am Arbeitsmarkt, sondern auch die Gesundheit der Menschen. Finanzielle Unsicherheit und Existenzangst haben eine fatale Wirkung auf die Leiharbeitnehmer“, so der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel. Auch deshalb müsse Leiharbeit deutlich eingeschränkt und der Missbrauch für Lohndumping und schlechtere Arbeitsbedingungen unterbunden werden: „Leiharbeit ist kein Zukunftsmodell für unsere Gesellschaft.“ Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssten dem Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ folgen, der Einsatz von Leiharbeit sei nur für Auftragsspitzen vorzusehen.