„Wir werden nicht das Sparschwein spielen“

1.500 Beschäftigte beteiligten sich heute an den Warnstreiks und Aktionen in Hamburg und versammelten sich zur Warnstreikversammlung vor dem Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof. ver.di-Chef Rose forderte die Vermögensteuer und einen höheren Spitzensteuersatz, um die öffentlichen Einnahmen zu stärken.

„Die KollegInnen werden nicht das Sparschwein spielen, damit die Reichen in diesem Land immer weniger Steuern zahlen und sich aus der Verantwortung immer weiter zurückziehen. Wir werden nicht das Sparschwein spielen, damit die nächsten Milliarden in die Bankenrettung wandern können. Wir wollen unseren fairen Anteil an dem Reichtum in Deutschland. Die Schere zwischen den Einkommen in städtischen Betrieben und der privaten Wirtschaft ist in den letzten Jahren um 10 Prozent größer geworden: Da ist eine Forderung von 6,5% nicht zu hoch, sondern völlig angemessen“, sagte Wolfgang Rose.

ver.di teilte mit:
„Schwerpunkt waren am ersten Warnstreiktag in Hamburg die Kitas. Alleine aus der Vereinigung der Hamburger Kindertagesstätten betei-ligten sich ca. 800 Kolleg/innen. Bei der Vereinigung bleiben über 24 Kitas den ganzen Tag geschlossen, die anderen laufen überwiegend im „Notstrommodus“. Auch die Beschäftigten aus den Kitas der AWO waren im Zuge ihrer eigenständigen Tarifauseinandersetzung in den Streik gegangen und beteiligten sich mit 200 Kolleg/innen an der Streikversammlung. Hier bleiben 15 von 26 Einrichtungen heute geschlossen.“

Aus der Stadtreinigung kamen gut 250 Beschäftigte mit über 60 Fahr-zeugen aus den Bezirken Mitte und Altona zu der Protestversammlung. Zeitweise hieß es daher für die Kurt-Schumacher-Allee: „Nichts geht mehr!“

Hamburgs ver.di-Chef, Wolfgang Rose, machte auf der Streikversammlung weiter deutlich, was die Beschäftigten von den Arbeitgebern des Öffentlichen Dienstes erwarten:
„Der heutige Warnstreik ist unsere erste Aktion. Er ist ein letztes Signal an die Arbeitgeber. Wir sagen: Bewegt Euch! Macht endlich ein Angebot, über das man reden kann. Sonst werden wir unsere Warn-streiks ausweiten. Und wir werden Woche für Woche stärker, bis die Arbeitgeber merken: Ohne die Beschäftigten kann kein Chef, keine Amtsleitung, kein Vorstand und keine Geschäftsführung auf Dauer auskommen. Gute Arbeit hat ihren Preis. Wir sind es wert!“

ver.di fordert für die bundesweit gut zwei Millionen Beschäftigten eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent. Als soziale Komponente für die unteren Lohngruppen soll die Erhöhung mindestens 200 Euro betragen. Die nächsten Verhandlungen sind für den 12./13. März in Potsdam angesetzt.

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