2014 geht`s los: Hamburg richtet dann erstmals die internationale Fachmesse für die Windenergiebranche aus. Husum hat das Nachsehen.
Der Veranstalter der Messe, die VDMA Power Systems, hat sich für die norddeutsche Metropole und gegen den nordfriesischen Pionier entschieden: „Damit ist gewährleistet, dass die Leitmesse der Windindustrie langfristig in Deutschland – und im Norden – bleibt und eine Verlegung so verhindert werden kann“, heißt es in einer Mitteilung der Wirtschaftsbehörde. Ausschlagebend waren die exzellente Verkehrsanbindung des Messegeländes und auch sein Ausbaupotenzial – denn es werden in Zukunft immer mehr internationale Aussteller und Besucher erwartet. Die „Husum WindEnergy“ ist dafür offensichtlich nicht gut genug gerüstet – auf Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager kommen unangenehme Fragen zu.
Der energiepolitische Sprecher der Kieler SPD-Landtagsfraktion, Olaf Schulze, sagte, nun räche sich die Untätigkeit der Landesregierung: Hamburg habe bereits 2002, 2004 und 2006 Windmessen durchgeführt, doch dieser Versuch des damaligen CDU-geführten Senats, in Hamburg eine Wind-Messe dauerhaft anzusiedeln, scheiterte. „Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte die Landesregierung handeln und ein Messekonzept für Schleswig-Holstein erarbeiten müssen“, so Schulze: „Stattdessen hat man wohl darauf gehofft, dass mit dem Scheitern der Fall erledigt und die lästige Konkurrenz aus der Welt sei. Wie sonst ist es zu erklären, dass nicht einmal für den 2007 geschlossenen Kooperationsvertrag mit Hamburg über die Ausrichtung der Windmesse in Husum, der jetzt ausläuft, eine Nachfolgeregelung ausgehandelt wurde? Nach Aussagen des Hamburger Messechefs wurden sowohl die Husumer Messegesellschaft als auch die Kieler Staatskanzlei über alle Schritte informiert. Doch statt lösungsorientiert die Kooperation zu suchen, ergingen sich Mitglieder der Landesregierung und der Koalitionsfraktionen in den vergangenen Monaten in Beschimpfungen des Hamburger Senats. Die Hamburger Messegesellschaft hat angekündigt, den Standort Husum im Rahmen einer Kooperation in das Konzept für die Messe 2014 einbinden zu wollen. Dieses Angebot sollte von Schleswig-Holstein unbedingt aufgegriffen und in konstruktiven Verhandlungen eine für den Standort Husum gute und dauerhafte Lösung entwickelt werden.“
Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch bot den Schleswig-Holsteinern eine Zusammenarbeit an: „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Verantwortlichen sich eine Fortsetzung der bisher bestehenden Kooperation beider Messegesellschaften in Husum und Hamburg wünschen und alles versuchen werden, diese auch zu erreichen.“