Wilhelmsburger Reichsstraße wird verlegt

Eine wichtige Hürde zur Verlegung der sanierungsbedürftigen Wilhelmsburger Reichsstraße (B4/B75) an die Bahntrasse ist genommen: Das Verkehrsministerium stimmt der von der Hamburger Entwurfsplanung zu und bekennt sich damit zu einer Finanzierung der Maßnahme in den nächsten Jahren.

Der Parlamentarische Staatssekretär, Enak Ferlemann, sagte: „Der Bund investiert in den etwa 5 km langen Abschnitt voraussichtlich rund 130 Millionen Euro. Hierin sind auch hohe Aufwendungen zur Modernisierung der Gleisanlagen und für den Bau von Lärmschutzanlagen enthalten.“

Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Eine gute Nachricht für Hamburg und besonders für die Menschen in Wilhelmsburg. Durch das Zusammenführen von Straße und Schiene können wir den Lärm effektiver bekämpfen und gleichzeitig erhält der Stadtteil Entwicklungsmöglichkeiten.“ Eine abschließende Verlegung bis zur Ausstellung igs/IBA2013 kann aber nicht mehr erreicht werden.

Zurzeit läuft das Planfeststellungsverfahren, in dem die Bürgerinnen und Bürger Ihre Bedenken und Anregungen einbringen können. Nach erfolgreichem Abschluss des Verfahrens kann bereits im Jahr 2012 mit den Arbeiten an der neuen Trasse begonnen werden.

Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bürgerschaft, sprach von einer autobahnähnlichen Planung: „Ein gelbes Bundesstraßenschild an einer Straße aufzustellen, die wie eine Autobahn aussieht, wird weder die Geschwindigkeit noch den Lärm spürbar drosseln.“ Es gebe keine klaren Aussagen, wie der Schwerlast- und Autoverkehr aus den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel und aus dem Bezirk Harburg verlagert werden kann: „Die Festlegung des Senats und der Mehrheit der Bürgerschaft auf die großen Straßenbauprojekte lässt kein alternatives Konzept mehr zu. Mit dem Ausbau der Wilhelmsburger Reichsstraße, der Verlängerung der A 26 und dem Bau der Hafenquerspange wird der Verkehr weiter wachsen und zu noch mehr Belastungen führen.“

Die Bürgerinitiative „Engagierte Wilhelmsburger“ erklärte: „Ein Bürgerdialog fand bisher nicht statt. Stattdessen schickt sich die SPD-Regierung an, die hastigen Pläne der früheren Senatorin Anja Hajduk ohne eigenes Konzept eins zu eins umzusetzen. Es ist klar, dass die Reichsstraße nicht mehr pünktlich zur IGS fertiggestellt werden kann. Jetzt ist genügend Zeit für eine ordentliche Regierung, gemeinsam mit den Bürgern für ordentliche Planungen zu sorgen.“

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