Die Alexander Otto Sportstiftung hat zum fünften Mal den mit insgesamt 30.000 Euro dotierten Werner-Otto-Preis im Hamburger Behindertensport verliehen. Ausgezeichnet wurde das inklusive Sportangebot der Gretel-Bergmann-Schule in Hamburg-Allermöhe.
Die Jury würdigte die Initiative der Gretel-Bergmann-Schule, weil sie ein Beispiel für gelebte Inklusion im Schulsport ist und ihre Initiatoren dabei großartiges Engagement zeigen. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 15.000 Euro verbunden.
Anerkennungen mit Preisgeldern in Höhe von je 5.000 Euro erhielten die Tanzgruppe-Herde für ihr langjähriges inklusives Tanzangebot, der SVE Hamburg von 1880 e.V. für die Übertragung eines erfolgreichen Inklusionskonzeptes auf einen neuen Stadtteil und der Pinneberger Tennisclub e.V. für sein Tennisangebot an geistig behinderte Kinder.
Eine Fachjury, der u.a. die Hamburger Paralympíc-Siegerin Edina Müller angehörte, kürte die Gewinner. Preiswürdig waren Projekte im Bereich des Behindertensports in Hamburg und der Metropolregion, die zur Inklusion und Förderung behinderter Menschen im Sport beitragen. Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Senatsempfangs im Beisein von Sportstaatsrat Karl Schwinke und Alexander Otto sowie rd. 150 Gästen aus Hamburgs Sport, Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien im Hamburger Rathaus statt.
Sportsenator Michael Neumann: „Ich gratuliere den Preisträgern und freue mich über die innovativen Projekte. Sie zeigen, wie Inklusion von behinderten Menschen gelebt wird und allen Beteiligten Spaß macht. Danken möchte ich der Alexander-Otto-Sportstiftung, die mit dem Werner-Otto-Preis nun zum fünften Mal den inklusiven Sport würdigt und unterstützt.“
Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender Alexander Otto Sportstiftung: „Mit dem Werner-Otto-Preis möchten wir nicht nur großartige Projekte und herausragendes Engagement würdigen, sondern gleichzeitig auch zum Nachmachen anspornen. Ich bin jedes Jahr wieder auf ein Neues begeistert, welch kreative Projekte uns erreichen.“
Gewinner: Inklusionssport an der Gretel-Bergmann-Schule (15.000 Euro Preisgeld)
Mit dem Werner-Otto-Preis wurde das inklusive Sportangebot der Gretel-Bergmann-Schule in Hamburg-Allermöhe ausgezeichnet. In einem bisher einzigartigen Projekt entwickelt die Gretel-Bergmann-Schule gemeinsam mit dem Sportverein Allermöhe in Arbeitsgemeinschaften und Nachmittagskursen Konzepte zur Integration von Behindertensportarten in den Schulsport. Ziel des Projektes ist es, Sportangebote für den Schulsport zu schaffen, die gemeinsam von Lernenden mit und ohne Behinderung gleichberechtigt wahrgenommen werden können. Im ersten Schritt werden dabei Konzepte für die Sportarten Goalball, Blindenfussball und Rollstuhlbasketball entwickelt. Die Sportlehrer erfahren dabei Unterstützung von Experten mit Behinderung. Sie leiten die Übungsgruppen und geben ihr Know-how an die Lehrkörper weiter. Darüber hinaus sind die Sportarten in das Angebot des schulinternen Sportcurriculums aufgenommen worden und allen Lehrerinnen und Lehrern werden Fortbildungen angeboten. Mit der Aufnahme des Behindertensports in den Schulsport wird den behinderten Schülerinnen und Schülern die Chance gegeben, gleichberichtigt am Sportunterricht teilzunehmen und sich auf Augenhöhe mit Ihren Mitschülern zu messen. Benötigen Lernende mit Behinderung im klassischen Sportunterricht häufig eine besondere Betreuung, können sie in ihren Sportarten als Experten auftreten und wertvolle Tipps und Erklärungen geben – sie wechseln die Seite vom „Betreuten“ zum „Betreuer“. Gleichzeitig werden die Lernenden ohne Behinderung für den Umgang mit gehandicapten Menschen sensibilisiert. So nimmt der Sport Berührungsängste, baut Hürden ab und verbessert das inklusive Zusammenleben an der Schule. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.