Welcher Job macht besonders krank?

Bauarbeiter und Krankenpfleger haben die ungesündesten Jobs in Deutschland. Manager und Rechtsanwälte sind dagegen deutlich geringeren Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Das zeigte sich in einem aktuellen Ranking, das auf Daten der Berufsgenossenschaften basiert. Jeder zweite Geringverdiener mit weniger als 1500 Euro netto im Monat befindet sich in ärztlicher Behandlung.

Ob es um Herzinfarkt, Gelenkverschleiß, Stress, Übergewicht oder sonstige Gefahren bei der Arbeit geht – Führungskräfte der Wirtschaft setzen sich beruflich nur wenigen gesundheitlichen Gefahren aus und erhielten darum von den Experten mit der Gesamtnote 1,6 die beste Beurteilung. Es folgen die Berufe Architekt (1,8), Arzt (2,0), Bankkaufmann (2,2), Ingenieur (2,4) und Finanzbeamter (2,8).Bauarbeiter belegen dagegen mit der Note 5,2 den schlechtesten Platz unter den 60 untersuchten Berufen und tragen damit das höchste berufliche Gesundheits-Risiko. Das liege allerdings nicht nur an den alltäglichen Arbeitsabläufen, sondern auch an Faktoren, die nur indirekt mit dem Beruf zusammenhängen, berichtet „Men’s Health“ in Kooperation mit Experten der Hochschule Aalen bei einer Auswertung von Daten der Berufsgenossenschaften und anderer Versicherungen aus den Jahren 2010 und 2011.

„Bildung, Einkommen und beruflicher Status haben großen Einfluss auf die Gesundheit“, sagt Dr. Kerstin Rieder, Professorin für Gesundheitsmanagement an der Hochschule Aalen, gegenüber dem Magazin: „Untersuchungen belegen, dass Menschen mit niedrigerem sozioökonomischem Status stärker unter beruflichem Stress leiden und häufiger krank werden.“ Das bestätigt auch eine aktuelle Umfrage: Jeder zweite Geringverdiener mit weniger als 1500 Euro netto im Monat befindet sich in ärztlicher Behandlung. Bei den Gutverdienern mit mehr als 4000 Euro netto monatlich ist es dagegen nur jeder fünfte.

Hier das komplette Ranking – höhere Zahlen signalisieren dabei ein höheres Gesundheitsrisiko:

1. Note 1,6: Manager, Politiker, Richter, Steuerberater*
2. Note: 1,8: Architekt, Innenarchitekt, Mathematiker, Rechtsanwalt
3. Note: 2,0: Arzt, Apotheker, Psychologe, Student, Hochschullehrer
4. Note: 2,2: Bankkaufmann, Buchhändler, Verkäufer, Konstrukteur
5. Note: 2,4: Ingenieur, Journalist, IT-Administrator
6. Note 2,8: Finanzbeamter, Verwaltungsbeamter, Gerichtsvollzieher, Flugbegleiter
7. Note: 3,4: Lehrer, Erzieher, Fahrlehrer, Sozialarbeiter
8. Note: 3,8: Kellner, Call-Center-Angestellter, Bäcker, Metzger, Koch
9. Note: 4,0: Polizist, Sanitäter, Feuerwehrmann, Katastrophenhelfer beim THW
10. Note: 4,4: Taxifahrer, Chauffeur, Lokomotivführer, LKW-Fahrer
11. Note: 4,6: Dachdecker, Gärtner, Gerüstbauer, Landwirt, Postbote, Fahrradkurier
12. Note: 4,6: Fahrzeuglackierer, Fluglotse, Maler, Metallbauer
14. Note: 4,8: Krankenpfleger, Altenpfleger, Masseur, Medizinisch-technischer Assistent
15. Note: 5,2: Bauarbeiter, Betonbauer, Installateur, Forstarbeiter, Straßenarbeiter

* basierend auf Daten der Berufsgenossenschaften und anderer Versicherungen aus den Jahren 2010 und 2011, ausgewertet exklusiv für Men’s Health von Experten der Hochschule Aalen.

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