Nun hat es Bezirksamtsleiter Markus Schreiber doch eilig: Er schickte heute einen Bautrupp zum Zaun gegen Obdachlose unter der Kersten-Miles-Brücke an der Helgoländer Allee auf St. Pauli. Der Auftrag: Wegflexen, das Ding!
Zuvor hatte sich Schreiber mit dem Schlichter Hans-Peter Strenge, Präsident der Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, getroffen. „Im Ergebnis wird Markus Schreiber der Aufforderung von Herrn Strenge – so wie bereits durch Senat und Bürgerschaft zum Ausdruck gebracht – den Zaun wieder zu entfernen, nachkommen und unverzüglich den Abbau veranlassen“, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksamts.
„Damit werden von Seiten des Bezirks die bestmöglichen Startbedingungen für den in der nächsten Woche beginnenden Runden Tisch geschaffen, und wir können gemeinsam die besseren Alternativen entwickeln. Wir als Bezirk sind für alles offen, einzige Bedingung: Es darf kein Zurück zu den Zuständen geben, wie sie im letzten Jahr dort zu finden waren. Im Übrigen kann es nicht Ziel sein, zu fordern, dass Menschen unter Brücken schlafen dürfen, sondern vielmehr muss darauf hingewirkt werden, bestehende Hilfsangebote auch anzunehmen“, so Markus Schreiber. Der Runde Tisch zur Vermittlung im Streit um die Kersten-Miles-Brücke nimmt am 5. Oktober seine Arbeit auf.
In der Bürgerschaft hatte sich am Mittwoch massiver Protest gegen den 18.000 Euro teuren Stahlzaun geregt. Sozialsenator Detlef Scheele rügte das Bauwerk: „Dieser Zaun wirft ein Licht auf diese Stadt, das sie nicht verdient.“ Die Linksfraktion forderte den Rücktritt Schreibers.