Nach dem Einstieg von Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen bei der amerikanischen Fastfood-Kette Burger King hat die Gewerkschaft ver.di ein stärkeres finanzielles Engagement des Milliardärs für die deutsche Warenhauskette gefordert.
„Karstadt leidet seit vielen Jahren unter einem Investitionsstau. Dieser kann nach meiner Einschätzung in den nächsten Jahren nicht aus den eigenen erwirtschafteten Mitteln behoben werden“, sagte Verdi-Einzelhandelsexperte Johann Rösch den NRW-Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe. „Wenn also Karstadt für Herrn Berggruen eine Herzensangelegenheit ist, wären entsprechende Mittel notwendig und sinnvoll“, mahnte Rösch, der auch Mitglied im Karstadt-Aufsichtsrat ist.
Während Berggruen in den USA in die Schnellimbiss-Kette Burger King investiert, hoffen die deutschen Arbeitnehmervertreter auf klare Zusagen des Milliardärs für Karstadt. Berggruen hatte die Essener Warenhauskette im Herbst 2010 aus der Insolvenz heraus gekauft. Die Gewerkschaft hatte die Übernahme ausdrücklich unterstützt. Mittlerweile werden kritische Stimmen laut. „Dass Herr Berggruen Karstadt übernommen hat, darüber waren sicherlich alle froh und erleichtert. Jetzt muss er sich aber auch an seinen Aussagen, dass es für die Beschäftigten keine weiteren Verschlechterungen geben wird, zu Recht messen lassen“, sagte Verdi-Experte Rösch.
Zuletzt hatte es Unruhe wegen der Aufteilung von Karstadt in Warenhaus, Premium und Sport in eigenständige Gesellschaften gegeben. Sorgen gibt es auch im Gastronomiebereich der Warenhäuser: Die Planungen der Geschäftsleitung, den Bereich Multimedia zu schließen und die Beschäftigten der Gastronomie mit Wirkung zum 30. September 2012 in Le Buffet zu überführen, betreffen rund 2.500 Kolleginnen und Kollegen bei Karstadt.
Die Gewerkschaft stellte die Frage: „Welche Vorteile gibt es für das Unternehmen? Außer bei den Personalkosten kräftig zu sparen? Notwendige Veränderungen dürfen nicht erneut zu Lasten der Kolleginnen und Kollegen gehen. Es ist wichtig für zukunftsfähige Arbeitsplätze und gegen Tarifflucht zu kämpfen!“