In den bundesweiten Tarifverhandlungen zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten in Hamburg am kommenden Montag, den 23. März zum Warnstreik auf. Hintergrund des Arbeitskampfes ist die Weigerung der Arbeitgeber, einer neuen Entgeltordnung zur Aufwertung sozialer Berufe zuzustimmen.
„Die Anforderungen an die Beschäftigten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Sie leisten als Pädagogen die Arbeit von Fachkräften und müssen zukünftig auch entsprechend bezahlt werden“, so Sigrid Ebel von ver.di Hamburg.
In der ersten Verhandlung im Februar 2015 betonten die Arbeitgeber zwar die gesellschaftliche Bedeutung der Sozial- und Erziehungsberufe, sahen aber keine Notwendigkeit zur besseren finanziellen Bewertung dieser Tätigkeiten.
Dazu Sigrid Ebel: „Von schönen Worten der Arbeitgeber kann sich niemand was kaufen. Wir wollen eine Aufwertung für die Beschäftigten, die sich auch im Portemonnaie wiederfindet. Dafür werden die Kolleginnen und Kollegen mit diesem Streik ein Zeichen setzen“.
Warnstreiks sind unter anderem in Behinderteneinrichtungen und Kindertagesstätten geplant, die Mitglied im Hamburger Arbeitgeberverband AVH sind. Betroffen sind die ELBE-Werkstätten, das Lebenshilfewerk Hamburg, die Kitas der Elbkinder, die ASB Kitas, die Kitas der Rudolf-Ballin-Stiftung und des Hamburger Schulverein von 1875, sowie Einrichtungen von Fördern & Wohnen. In den betroffenen Kindertagesstätten werden die Eltern von ver.di rechtzeitig informiert.
Die Tarifverhandlungen werden ebenfalls am 23. März in Münster fortgesetzt. ver.di fordert bundesweit von der Vereinigung kommunaler Arbeit- geberverbände (VKA) eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Das würde zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern, da sich diese Einrichtungen häufig am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientieren.
Zum Sozial- und Erziehungsdienst gehören unter anderem Erzieherinnen und Erzieher, SozialarbeiterInnen, Sozialpädagogen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung, KinderpflegerInnen sowie Heilpädagogen.
Hinweis für die Redaktionen:
Es findet am Montag, den 23.03.15 um 09.00 Uhr eine zentrale Streikkundgebung vor dem Sitz des Arbeitgeberverbandes AVH (Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg), Bei dem neuen Krahn 2, statt.