Welche Hamburger Zeitung schafft es, in einem einzigen Artikel Schuldenkrise und Slum-Kinder gemeinsam mit literaturnobelpreisverdächtigen Meisterleistungen wie „Proll-Hupen“, „Doppel-D-Tussi“, „Bekleidungs-Allergikerin“, „Nacktschnecken“ und „Porno-Barbie“ auftreten zu lassen?
Lösung: Die „Hamburger Morgenpost“ vom 1. März 2012 in einem zwingend notwendigen und reich bebilderten Bericht über ein „Dessous-Gipfeltreffen“ in der Gänsemarkt-Passage. Zitat: „Die EU zerbricht an der Schuldenkrise. Unicef meldet, dass jedes sechste Kind im Slum lebt. Und doch erregen in deutschen Gefilden vor allem die Silikonhügel einiger „Ich bin im Fernsehen, aber keiner weiß warum“-Weiber die Gemüter und Gemächte von Millionen. Am Mittwochabend kam es zum Gipfeltreffen der Nacktschnecken.“ Der Chronistenpflicht folgend berichtet das Blatt aus der „prallen Welt aus G-Strings, Nippel-Pasties und Netz-Stockings“ und entdeckt „gierige Blicke“, aber auch „hämische Bemerkungen“.
Demnächst dann wieder mehr über Schuldenkrise und Slum-Kinder – vielleicht ja sogar noch vor dem internationalen Frauentag am 8. März.