Das Selbstlob von Senator Freytag für die E-Government-Arbeit des Senats bezeichnet Farid Müller, Medienexperte der GAL-Fraktion, als „virtuelles Schulterklopfen“: „E-Government kann zum Rückgrat von Verwaltungshandeln werden. Dabei sind zentrale Probleme zu lösen, die bis heute die durchgreifende Anwendung von E-Government verhindern. Hamburg als selbsternannte Internethauptstadt sollte sich vordringlich um die Lösung dieser Probleme kümmern.“
Dazu zähle die rechtsverbindliche elektronische Unterschrift. So lange hier keine massentaugliche, sichere Lösung vorliege, würden viele Möglichkeiten nicht genutzt werden können.
Müller verweist darauf, dass viele Angebote in Hamburg nur unzureichend ausgebaut sind. In der Rubrik „Alle Online-Dienste der Hamburger Behörden“ gibt es zwar einen Punkt „Terminvereinbarung“, (https://gateway.hamburg.de/HamburgGateway/FVP/Application/Index.aspx), angeboten werden aber nur das Hamburg Welcome Center und der Landesbetrieb Verkehr. Die meisten Links führen nur zu reinen Online-Informationen. Auch die Usability ist unzureichend. Gibt man dort den Suchbegriff „Formulare“ ein, erhält man nur zwei Ergebnisse. Die eigene Seite „www.formulare.hamburg.de“ wird dagegen nicht als Suchergebnis angezeigt. Mülle: „Hamburg stünde es als Medienmetropole gut an, die grundlegenden Probleme des E-Government in den Griff zu bekommen. Dieses Know-How würde nicht nur deutschlandweit, sondern auch International gefragt sein.“