Spiele der kurzen Wege: Mobilitätskonzept beschreibt Anforderungen und langfristig wirksame, nachhaltige Lösungen
Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation hat heute das Mobilitätskonzept zur Bewerbung für die Olympischen und Paralymischen Spiele vorgestellt. Wenn im Jahr 2024 das größte Sportereignis der Welt in Hamburg zu Gast ist, sollen alle Verkehrsteilnehmer zuverlässig und in angemessener Zeit ihr Ziel erreichen können.
Wie dies gelingen kann, wird in dem Konzept detailliert beschrieben. Was schon jetzt klar ist: Nach dem Ende der Spiele profitiert die Metropolregion Hamburg von einem deutlich verbesserten ÖPNV und einer optimierten Radverkehrsinfrastruktur.
Das Konzept wurde von interdisziplinär arbeitenden Experten der Beratungsbüros SHP Ingenieure und PGV Alrutz (beide Hannover) sowie der KCW GmbH aus Hamburg erarbeitet – in Abstimmung mit der Behörde für Inneres und Sport, der Hamburg Port Authority, dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV), der Hamburger Hochbahn, der S-Bahn Hamburg, der Deutschen Bahn sowie dem Hamburg Airport. Hamburg setzt auf Spiele der kurzen Wege: Im Wesentlichen konzentriert das Zuschaueraufkommen auf einen Radius von 10 Kilometern um das olympische Zentrum auf dem Kleinen Grasbrook. Weitere Veranstaltungsschwerpunkte sind die Arenen am Altonaer Volksparks sowie der Bereich Messe/CCH/Millerntor.
Senator Frank Horch: „Die Bewerbung Hamburgs um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 ist eine große, einmalige Chance für die Weiterentwicklung unserer Stadt und der gesamten Metropolregion. Wir haben die Möglichkeit, für Hamburg wichtige Projekte umzusetzen, die den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte entsprechen. Die Hamburgerinnen und Hamburger wie auch die Hafenwirtschaft und alle anderen Unternehmen haben das Recht, dass während der Spiele natürlich der ganz normale Alltag funktioniert. Dafür werden wir mit sehr sorgfältiger Vorbereitung sorgen. Die Investitionen werden auch nach den Spielen für Hamburg von Nutzen sein.“
Zentraler Ausgangspunkt für alle Planungen zum Verkehr sind die Besucherzahlen. Sie wurden für den Fernverkehr und den Binnenverkehr erhoben. Es wird mit insgesamt 4 Millionen Zuschauern gerechnet, die die Olympischen Spiele besuchen – davon 60 Prozent aus dem norddeutschen Raum, 30 Prozent aus anderen Teilen Deutschlands und 10 Prozent aus dem Ausland. Täglich sind bis zu 600.000 Zuschauer unterwegs zu den Olympischen Sportstätten in Hamburg und im Umland. Allein die drei Sportstättenschwerpunkte OlympiaCity, Volkspark und Messe/CCH/Millerntor werden täglich von 300.000 bis 400.000 Zuschauern besucht.
Das Konzept zeigt, wie Straßen-, Schienen-, Luft- und Wasserwege heute und im Jahr 2024 ausgestaltet sind und legt dar, was für den Verkehr getan werden muss, damit Olympische und Paralympische Spiele 2024 in Hamburg gelingen. Bei der Ermittlung des Verkehrsaufkommens wurde berücksichtigt, dass die Olympischen Spiele in den Sommerferien stattfinden. Um eine weitere Reduktion der Verkehrsbelastung, insbesondere bei Spitzenbelastungen, zu erreichen, ist ein umfassendes Mobilitätsmanagement vorgesehen.
Ziel der Mobilitätsplanung für die Spiele der kurzen Wege im Herzen der Stadt und am Wasser: Alle sollen sicher und barrierefrei ans Ziel kommen – umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen, Rad- und Fußgängerverkehr haben Vorrang. Der neue Stadtteil OlympiaCity soll Vorbild werden für klimafreundliche und verkehrsarme Mobilität.
Im Mittelpunkt des Mobilitätskonzeptes stehen die Nutzung und Optimierung der vorhandenen Infrastruktur sowie Aus- und Neubauten mit nachhaltiger Wirkung. Sämtliche Sportstätten innerhalb Hamburgs sind bereits heute gut an das U- und S-Bahnnetz angebunden. Die neue U- und S-Bahn Haltestelle Elbbrücken leistet einen wichtigen Beitrag zur Abwicklung der Besucherströme. Die S4 wird für die Olympischen Spiele unbedingt gebraucht. Sie ist wichtiger Bestandteil der Planungen. Die S 21 verkehrt dann schon vom Hamburger Hauptbahnhof über Eidelstedt bis nach Kaltenkirchen und eine neue Linie S 32 zur Hauptverkehrszeit zwischen Elbgaustraße und Hamburg-Harburg. Darüber hinaus wird es eine Vielzahl von Neu- und Umbauten sowie Erweiterungen und Modernisierungen im Schnellbahnnetz geben, die das ganze Netz noch leistungsfähiger und zuverlässiger macht. Der Hauptbahnhof und seine Umgebung sollen so umgestaltet werden, dass er mehr Reisende aufnehmen kann. Der Ausbau wichtiger Straßenverbindungen ist für die Ausrichtung der Spiele ebenfalls von großer Bedeutung, beispielsweise die Fortsetzung des Baus der A 26 bis zur Hohen Schaar sowie die Südanbindung des Veddeler Damms an die A 252. Die Fährverbindung von den Landungsbrücken zur HafenCity soll bis zur OlympiaCity verlängert werden.
Das Mobilitätskonzept sowie die Kurzfassung und den Foliensatz der LPK finden Sie hier: http://www.hamburg.de/bwvi/olympia-2024-mobilitaetskonzept/