Verbände wollen 6000 Wohnungen bauen

Nach der Unterzeichnung des „Vertrags für Hamburg“ zwischen dem Senat und den sieben Bezirken hat der Senat heute einen weiteren Schritt zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den jährlichen Baubeginn von 6.000 Wohnungen in Hamburg unternommen.

Mit der Unterzeichnung eines „Bündnisses für das Wohnen in Hamburg“ bekräftigen der Senat und die Wohnungsverbände, darunter die SAGA-GWG, der Grundeigentümer-Verband und der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V., ihren Willen, „auf kooperativem Wege attraktives und bezahlbares Wohnen für alle Hamburger Haushalte aktiv zu gestalten“. Senat und Wohnungswirtschaft sind sich darin einig, dass die vereinbarten Maßnahmen sozial ausgewogen erfolgen müssen.

Die wichtigsten Vereinbarungen im Überblick:

Mehr Neubau von Wohnungen

Die Stad tsagt zu, Fördermittel für wenigstens 2.000 Mietwohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindungen für geringe und mittlere Einkommen bereitzustellen und ist bestrebt, ihr Flächen- und Portfoliomanagement aktiver zu gestalten. Des Weiteren wird der Senat eigene Grundstücke passgenau unter Berücksichtigung ihrer individuellen Rahmenbedingungen aufgrund von Konzeptausschreibungsverfahren vergeben. Durch diese wirksame Bereitstellung von bezahlbaren städtischen Flächen für den Wohnungsbau ist ein Erreichen der Neubau-Zielzahlen grundsätzlich möglich.

Die Wohnungsverbände sagen zu, auf ihre jeweiligen Mitgliedsunternehmen bzw. Mitglieder einzuwirken, den Wohnungsbau so zu befördern, dass die Wohnungsbauziele des Senats erreicht werden können.

Klimaschutz und Energieeffizienz zu sozialen Konditionen

Die Stadt hat mit ihrem Klimaschutzkonzept das Ziel formuliert, die CO2-Emission um 40 Prozent bis 2020 und um mindestens 80 Prozent bis 2050 gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Die Wohnungsverbände bekennen sich zu den Klimaschutzzielen des Senats.

Die Wohnungsverbände wirken auf ihre Mitgliedsunternehmen ein, die durchschnittlichen Endenergieverbräuche (ohne Warmwasser) bis 2020 auf 133 kWh/a je m² Wohnfläche zu verringern und den jährlichen CO2-Ausstoß im gleichen Zeitraum auf 25,0 kg je m² Wohnfläche zu senken. Spezifische Bestände, wie etwa Altbauten der Baualtersklasse vor 1918 oder Eigentumswohnungen, werden davon abweichend einer gesonderten Betrachtung unterzogen.

Die unterzeichnenden Verbände bekennen sich zu ihrer sozialen Verantwortung gegenüber ihren Mietern und Mitgliedern. Sie wollen gemeinsam mit der Wohnungspolitik und den Mieterverbänden Lösungen suchen, um die energetischen Ziele sozialverträglich umzusetzen.

Städtebau / Erhalt der Backsteinfassaden

Der Erhalt der charakteristischen Backsteinfassaden Hamburgs ist gemeinsames Ziel der Bündnispartner. Die Wohnungsverbände, deren Unternehmen viele dieser stadtbildprägenden Backsteinbauten in ihren Beständen halten, bekennen sich zu ihrem Erhalt. Mögliche Maßnahmen zum Erhalt bei energetischen Sanierungen sollen immer auch sozial verträglich, städtebaulich angemessen und wirtschaftlich darstellbar sein.

Die FHH wird dazu Zuschüsse für energetische Modernisierungen für Vollklinker und gebrannte Klinkerriemchen auch künftig auf einem hohen Niveau anbieten.

Integrative Wohnungspolitik / Versorgung von Wohnungsnotfällen

Gemeinsames Ziel des Hamburger Senats und der Wohnungsverbände ist eine nachfrage- und bedarfsgerechte Wohnraumversorgung für alle Hamburger Haushalte. Besonderes Augenmerk verdienen dabei Menschen, die besondere Benachteiligungen erfahren und es deshalb am Wohnungsmarkt besonders schwer haben. Die Wohnungsverbände und der Hamburger Senat sind sich einig, dass die Integration in Wohnraum gelingen muss.

Gemeinsames Bestreben ist daher, dass innerhalb eines Jahres nach Schließen des Bündnisses etwa zehn weitere Wohnungsunternehmen mit der BSU und der BASFI Kooperationsverträge schließen mit der Zielsetzung, mehr Wohnraum für obdach- und wohnungslose Menschen bereit zu stellen.

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