Die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) kritisiert die geplante Einführung einer Berufskammer für die Pflegeberufe scharf.
Aus Sicht der Gewerkschaft und der Pflegenden sind wichtigsten Kritikpunkte : wenig bis gar keine politische Wirkung bei den wichtigsten Handlungsfeldern Personalmangel, bessere Vergütungen und berufliche Aufwertung, die zwangsverpflichtende Mitgliedschaft (Zwangskammer) plus Zwangsbeiträge von 100 bis 150 Euro jährlich.
Steffen Kühhirt, Landesfachbereichsleiter ver.di-Nord sagt dazu: „Die Landesregierung plant einen Griff in die Geldbörsen der Pflegebeschäftigten. Mit den Beiträgen soll eine Zwangskammer geschaffen werden, die bürokratisch und politisch wirkungslos ist. Die geplante Pflegekammer ist ein gutes Beispiel für Schaufensterpolitik: Sehr viel Verpackung und ganz wenig Inhalt.“
ver.di Nord fordert stattdessen eine gesetzliche Personalbemessung, eine berufspolitische Aufwertung der Pflegeberufe und deutliche höhere Löhne.
„Sollte die Pflegekammer in Schleswig-Holstein – gegen den Willen der Pflegebeschäftigten – kommen, werden wir darauf eine tarifpolitische Antwort finden müssen , um die Beiträge für die Gewerkschaftsmitglieder vom Arbeitgeber zurückzuholen. Wir bereiten eine solche tarifpolitische Initiative politisch vor“ so Kühhirt.