„Es müssen endlich entschlossene Schritte und Maßnahmen eingeleitet werden, um Armut erst gar nicht entstehen zu lassen und bestehende Armut wirksam zu bekämpfen.“ Das fordert die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, anlässlich heute veröffentlichter Zahlen des Statistischen Bundesamts zur Armutsgefährdung in Deutschland.
„Wenn 15,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland von Armut bedroht sind und kein Ende dieser Entwicklung in Sicht ist, dann muss die Politik endlich handeln“, erklärt die VdK-Präsidentin.
Ob Kinder, Familien, Arbeitnehmer oder Senioren: Armut, das zeigen die aktuellen Statistiken, hat in Deutschland viele Gesichter. Insbesondere die Gruppe der gering Qualifizierten weist mit fast 31 Prozent eine extrem hohe Armutsgefährdung auf. Dahinter stecken Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeit. Schon seit vielen Jahren weist der Sozialverband VdK darauf hin, dass prekäre Beschäftigung eine wesentliche Ursache für Armut ist. Der VdK fordert deshalb weitere regulierende Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt: „Der Mindestlohn alleine richtet es nicht. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Minijobs sowie Leih- und Zeitarbeit müssen eingedämmt werden. Außerdem brauchen wir mehr Mittel zur Förderung nachhaltiger Programme zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen“, fordert Mascher.
„Auch der wachsenden Altersarmut wird von der Politik kaum gegengesteuert“, kritisiert die VdK-Präsidentin. Für die Zunahme der Armut im Alter macht der Sozialverband VdK die Rentenentwicklung der letzten Jahre verantwortlich. „Durch das Absenken des Rentenniveaus befinden sich die Neurenten seit Jahren im Sinkflug, so dass immer mehr Rentner unter die Armutsschwelle rutschen“, so Mascher. Der Sozialverband VdK fordert deshalb, die bis zum Jahr 2030 geplante Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent zu stoppen. „Bei 50 Prozent muss eine Grenze gezogen werden“, verlangt Mascher. Außerdem müssten die Dämpfungsfaktoren, die sich negativ auf die Rentenerhöhung auswirken, abgeschafft werden und die Rentenanpassung wieder uneingeschränkt der Lohn- und Gehaltsentwicklung folgen. Der VdK fordert zudem die Abschaffung der Rentenabschläge von 10,8 Prozent für Erwerbsminderungsrentner.