U 4: Gedaschko lässt Katze aus dem Sack

Also doch: Was immer als verkehrspolitische Entscheidung der Bürgerschaftsmehrheit „verkauft“ wurde, war in Wirklichkeit längst vorher beschlossene Sache. Dem Senat blieb gar keine Wahl – er hatte Hafencity-Investoren den U-Bahn-Bau längst versprochen. Was bisher in vielen Senatsanworten auf Kleine Anfragen kunstvoll verschwiegen wurde, hat Bausenator Gedaschko jetzt unumwunden zugegeben; hier der O-Ton: „Die U4 ist und bleibt die einzige Alternative für die Erschließung der HafenCity. Sie ist fester Bestandteil der Verträge mit den Investoren. Ohne die U4 wird es die HafenCity nicht geben.“ Klarer geht’s nicht – bisher war also alles gelogen.

5 Gedanken zu „U 4: Gedaschko lässt Katze aus dem Sack“

  1. Das hätten die Wohnungsbauunternehmen mal auch „damals“ bei der Großsiedlung Steilshoop fordern sollen! Dann wäre die U4 schon längste Realität.
    Die größte hamburger Schandtat war die Abschaffung der Straßenbahn, diese Entscheidung ist leider unter SPD-Herrschaft gemacht worden.

    @Nils
    Politiker lassen sich kaufen?
    Ich sehen das etwas anders!
    Die Stadt möchte ein Gebiet erschließen damit da Investoren Bauen, die Stadt selber macht und kann es ja nicht. Um möglichst viele und gute Investoren zu gewinnen werden entweder Neue Zubringerstraßen oder eben eine U-Bahn gebaut. Ob diese jetzt unbedingt 40 Meter unter der Erde gebuddelt werden musste steht auf einen anderen Blatt. Bei einen Neubaugebiet ist heute eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sehr wichtig, Autos haben wir doch schon genug auf den Straßen!

  2. Aber darum geht es doch nicht: Der Senat und die CDU haben über mehrere Jahre so getan, als sei die U-Bahn eine vernünftige verkehrspolitische Entscheidung. Nun stellt sich heraus, die Entscheidung war gar nicht offen, sondern die U-Bahn unter der Erde wurde viorher versprochen, damit das Prestigeprojekt überhaupt funktioniert. Und das ist unredlich.

  3. @ Michael
    eine vernünftige verkehrspolitische Entscheidung ist es alle mal, genau so wie die S-Bahnanbindung des Hamburger Flughafen. Warum dieses unter SPD-Herrschaft nicht realisiert werden konnte kann ich heute auch nicht mehr verstehen.

    Vielleicht sollte die Computer-Städte-Simulation SimCity für jeden Politiker Pflicht werden damit man lernt das man das Geld was man verteilen möchte, vorher erst verdienen werden muss!
    Dann hätten wir bestimmt nicht so viele hoch verschuldete Städte.

  4. Was die „Vernunft“ bei dieser Entscheidung angeht, kann man wohl geteilter Meinung sein. Eine U-Bahn, die für zwei Stationen 300 Millionen Euro kostet und irgendwo tief unter Hamburgs Altstadt im Schlick verläuft, ist aus meiner Sicht mehr als fragwürdig, zumal dafür der gerade fertiggestellte Jungfernstieg zerlegt wird, Zigtausend Pendler aus dem Hamburger Westen über ein Jahr oder länger keine U-Bahn-Anbindung an die Innenstadt mehr haben und zudem Hamburgs neueste Attraktion – die Elbphilharmonie – nicht einmal angebunden wird. Mit einer modernen Stadtbahn, wie sie in vielen europäischen Großstädten derzeit gebaut wird, ginge dies alles preisgünstiger und schneller.

    Was die Flughafen-Bahn angeht: Sie war schon lange in Bau, bevor der CDU-Senat die Regierung übernahm.

    Und was schließlich die Verschuldung angeht: Der Beust-Senat macht mehr Schulden als jede SPD-Regierung vor ihm. Den Taschenspieler-Trick, die Schulden technisch im Jahr 2006 aufzunehmen, damit die Bilanz 2007 besser aussieht, werden auch Sie längst durchschaut haben. Hinzukommt, dass neben den neuen Schulden auch die Erlöse für den Verkauf des Hamburger „Tafelsilbers“, das Generationen von Hamburger Bürgern mit ihren Steuern finanziert haben, noch hinzukommt.

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