Zum jüngsten Niedriglohn-Monitoring des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung sagte Reiner Hoffmann, DGB-Vorstandmitglied, am Donnerstag in Berlin:
„Die Studie beweist die Stärke und Handlungsfähigkeit der DGB-Gewerkschaften. Es ist erfreulich, dass die Zahl der tariflichen Vergütungsgruppen unter 8,50 Euro erneut gesunken ist.
Einige Arbeitgeber und Arbeitgeberverbände waren nur unter dem Druck des nahenden gesetzlichen Mindestlohns bereit, Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften zu führen. In vielen Tarifverhandlungen war die von den Gewerkschaften gesetzte Marke von 8,50 Euro in der Stunde für die Lohnverhandlungen richtungsweisend. Es wird deutlich: der gesetzliche Mindestlohn schränkt die Tarifautonomie nicht ein, sondern stärkt sie.
Bei den wenigen Tariflöhnen unterhalb von 8,50 Euro handelt es sich zum Teil um ältere, regional begrenzte Tarifverträge, die sich in der Nachwirkung befinden. Wichtig ist, dass in einer Reihe von Tarifbereichen der Anteil der Vergütungsgruppen unter 8,50 Euro deutlich gesenkt werden konnte.
Diese positive Entwicklung der Tariflöhne darf nicht darüber hinweg täuschen, dass immer noch zu viele Menschen in Betrieben oder Branchen ohne Tarifvertrag arbeiten. Sie schützt der gesetzliche Mindestlohn. Darüber hinaus bleibt es vorrangiges Ziel der Gewerkschaften, die Tarifbindung deutlich zu erhöhen. Daher muss die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen erleichtert werden.“
Die WSI Studie finden Sie hier.